PISA-Studie '06

Österreichs Schüler bei PISA über OECD-Schnitt

Österreich
30.11.2007 11:38
Österreich ist bei der jüngsten PISA-Studie 2006 im Haupttestgebiet Naturwissenschaften insgesamt auf Platz 18 bzw. auf Platz zwölf unter den OECD-Ländern gelandet. Überlegener Sieger mit einem Mittelwert von 563 Punkten wurde erneut Finnland, Österreichs Schüler liegen mit einem Mittelwert von 511 Punkten aber signifikant über dem OECD-Schnitt.

Ein Vergleich mit den Naturwissenschafts-Ergebnissen 2003 ist laut OECD aber nicht möglich, weil dieses Gebiet 2006 erstmals als Schwerpunktthema erhoben wurde und an der heurigen Studie außerdem mehr Länder teilgenommen haben. In der Gesamtwertung erreichten wir vor drei Jahren Platz 23.

Berücksichtigt man die statistischen Schwankungsbreiten, landete Österreich 2006 zwischen Rang zwölf und 21 insgesamt sowie auf Platz acht bis 15 der OECD-Länder. Das entspricht einem weit besseren Wert als bei der Erhebung 2003, als die Naturwissenschaften nur als Nebendomäne abgefragt wurden. Damals erreichte Österreich 491 Punkte und landete damit unter dem OECD-Schnitt von 500.

PISA-Chef Günter Haider relativiert das gute Ergebnis ein wenig: "Es kann nicht mit der vergangenen Studie vergliechen werden, der Schwerpunkt war ein ganz anderer". Jetzt heißt es warten auf die Punkte beim Lesen und bei Mathematik.

Finnen an der Spitze
Hinter Finnland platzierten sich Hongkong (542), Kanada (534), Taiwan (532), Estland (531), Japan (531), Neuseeland (530), Australien (527), die Niederlande (525) und Liechtenstein bzw. Südkorea (je 522). Deutschland kam auf Platz 13 (516). Bei PISA 2006 beteiligten sich mit 57 Staaten wesentlich mehr als bei PISA 2003 (40) - auch deshalb sind die einzelnen Rangplätze nur eingeschränkt vergleichbar. Von den "Neulingen" landeten vor allem Taiwan und Estland weit vorne, signifikant über dem OECD-Schnitt (491) lagen auch Slowenien (519) und Großbritannien (515).

Das vollständige Länderranking mit allen Punkten und den Vorjahresplätzen findest du in der Infobox!

Ergebnisse für Lesen und Mathe erst am 4. Dezember
Vergleicht man trotz des unterschiedlichen Erhebungsumfangs und der neu dazugekommenen Staaten die Ergebnisse, machte Kanada den auffälligsten Sprung nach vorne (von Platz elf auf drei). Weitere Gewinner waren neben Österreich auch Deutschland und Dänemark. Zu den Verlieren zählten demgegenüber Südkorea, Macao, Frankreich, die Slowakei und Russland. Offiziell werden die Studienergebnisse erst am 4. Dezember präsentiert. Spätestens dann werden auch die Resultate für Lesen und Mathematik vorliegen - diese sind mit den Zahlen der Jahre 2003 dann auch direkt vergleichbar, weil sie bereits als Haupttestgebiete abgefragt wurden.

Politik reagiert verhalten auf PISA-Ergebnis
Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie haben in den Kreisen der Politik keinen großen Jubel ausgelöst. Die SPÖ, die unter anderem mit PISA zahlreiche Reformvorhaben begründete, sieht "Anlass für eine gewisse Erleichterung, aber sicher nicht für Jubel". Für Bildungssprecher Erwin Niederwieser muss daher "der Reformzug auf Schiene bleiben". Auch die ÖVP kann sich nur gedämpft freuen, zog sie doch die PISA-Ergebnisse seit jeher in Zweifel - Ex-Bildungsministerin Elisabeth Gehrer hatte sogar deren Ergebnisse nachrechnen lassen. 

Wissenschaftssprecherin Gertrude Brinek meinte einerseits, "dass der bildungspolitische Kurs der ÖVP in den vergangenen Jahren kein schlechtes Zeugnis ausgestellt bekommt". Andererseits hält sie ihre Kritik an PISA aufrecht. Für den Grünen Bildungssprecher Dieter Brosz bestätigen die Ergebnisse "das Mittelmaß des österreichischen Schulsystems", BZÖ-Wissenschaftssprecher Gernot Darmann hält "die Wissenschaftlichkeit dieser PISA-Studie für nur begrenzt gegeben".

Bei der von der OECD organisierten PISA-Studie für 15- bis 16-jährige Schüler werden alle drei Jahre die Kompetenzen in drei Gebieten abgefragt: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, wobei jedes Mal eine andere Disziplin die Hauptdomäne mit den meisten Aufgaben ist.

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