10.11.2007 13:13 |

Autoren-Streik

Neueste Staffel von ¿24¿ als erstes Opfer

Das erste Opfer des Autorenstreiks in Hollywood steht bereits fest: Die neueste Staffel der Hit-Serie „24“ wird in den USA später ausgestrahlt als ursprünglich geplant. Während Fans der Kultserie sich ärgern werden, wird bei Freunden des „Terminator“ Jubel ausbrechen, denn der Serien-Spin-off „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ wird nun vorgezogen.

Durch den Autorenstreik waren nicht genügend Drehbücher vorhanden, um die gesamte neue „24“-Staffel zu Ende drehen zu können. Falls der Streik länger andauert, hätte man daher im schlimmsten Fall die Serie unterbrechen müssen.

Die Zuständigen des Fernsehsenders Fox reagierten daher prompt und kippten die Serie, die im Jänner in den USA anlaufen hätte sollen, vorerst aus dem Programm. Programmchef Preston Beckmann sagte dazu: „Die Zuschauer erwarten von uns, dass die neue Serie mit relativ kleiner, am besten gar keiner Unterbrechung ausgestrahlt wird. Dem werden wir entsprechen.“ Der neue Starttermin steht noch nicht fest, wird aber voraussichtlich noch im Frühjahr sein.

Eva Longoria von Streikenden beschimpft
Bei ihrem Kurzbesuch der Streikposten wurde „Desperate Housewives“-Star Eva Longoria von Drehbuchautoren beschimpft, als sie mit Pizzen ihre Solidarität für den Streik zeigen wollte. Die Autoren regten sich darüber auf, dass Longoria selbst nicht im Ausstand sei. Kollegin Teri Hatcher leistet ihrer Kollegin nun Schützenhilfe: „Sie war sehr bestürzt über diesen Vorfall. Wir zeigen unsere Solidarität, indem wir bei den Streikposten vorbeikommen und ihnen unsere Unterstützung zusichern. Eva wollte dies mit der Pizza-Lieferung zeigen, leider wurde es nicht gut angenommen. Sie warfen ihr sehr hässliche Dinge an den Kopf. Wir selber können aber nur streiken, wenn uns das von unserer Gewerkschaft auch so gesagt wird.“

„Grey's Anatomy“-Ensemble beim Streik
Neben Longoria besuchte auch das  Ensemble von „Grey's Anatomy“, unter ihnen neben „Dr. Izzie“ und Ellen Pompeo auch Patrick Dempsey und T. R. Knight, die Streikenden. Sie erklärten, sie arbeiteten derzeit an der letzten verfügbaren Episode. "Eigentlich sollten wir bis Ende Mai weitermachen und jetzt ist am Dienstag oder Mittwoch der letzte Drehtag", sagte Knight, der in der Serie den Assistenzarzt George O'Malley spielt. Er verwies darauf, dass die Mitarbeiter der Serie ab der kommenden Woche arbeitslos würden.

Autoren wollen größere Beteiligungen
In ihrem ersten Streik seit 19 Jahren verlangen die Autoren größere Beteiligungen an den Einnahmen aus DVD-Verkäufen und der Verbreitung ihrer Programme via Internet und Handy. Die Produzenten hatten in den Verhandlungen mit der Autorengewerkschaft WGA die Forderungen als nicht umsetzbar und viel zu teuer zurückgewiesen. Derzeit bekommen die Autoren für den Verkauf einer DVD zwischen vier und fünf Cent, sie verlangen eine Erhöhung auf acht Cent. "Wir freuen uns nicht über einen Streik", sagt Autor Thomas Lennon, der auch an dem Drehbuch für den Kassenschlager "Nachts im Museum" mit Ben Stiller beteiligt war. "Aber wir wollen einen fairen Vertrag."

Zuletzt hatten die Autoren 1988 für 22 Wochen gestreikt, dies kostete die Unterhaltungsindustrie rund 500 Millionen Dollar. Ein möglicher Abschluss könnte der Gilde der Autoren könnte auch die Gilden der Schauspieler und der Regisseure betreffen. In den vergangenen Jahren übernahmen die beiden verbliebenen der drei Gewerkschaften in der Regel den Abschluss, den die jeweils erste erzielte.

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