Angst vor Ganoven

Fensterbohrer gestand 161 Einbrüche

73 Prozent der Oberösterreicher haben Angst vor einem Einbruch, aber 38 Prozent der Landsleute betreiben keinerlei Prävention, und nur ebenso viele haben Sicherheitstüren. Gerade der Fensterbohrer, der heuer unser Land in Aufregung versetzt hatte, löste eine Welle der Besorgnis aus. Jetzt hat der Täter 161 Einbrüche gestanden. Zugleich startet eine große Präventionskampagne.

Wie exklusiv bereits berichtet, war der 42-jährige Kroate, der in Innsbruck erwischt worden war, durch DNA-Spuren als Fensterbohrer von OÖ überführt worden. Jetzt gestand er nach langem Schweigen 98 Coups in Oberösterreich und 61 Einbrüche in Tirol.

„Doch eigentlich beginnt erst jetzt die Zeit der Einbrüche, wenn die Dämmerung früh einsetzt“, erklärt Sicherheitsdirektor Alois Lißl. Im Winter gibt`s etwa 50 Wohnungs- und 70 Häuser-Einbrüche pro Monat - jeweils etwa 20 mehr als im Sommer. Deshalb startet das Land OÖ zusammen mit Polizei, Zivilschutzverband, OÖ Versicherung und Hypobank eine Aufklärungskampagne, wie wir unsere Eigenheime und Konten am besten schützen und nicht auf Trickbetrüger hereinfallen. Dazu können Gemeinden und Vereine kostenlos Experten für Vorträge anfordern (Tel.: 0 732/78 03-60 02), und es gibt Folder mit den wirksamsten Abwehr-Tricks. „Es haben sich schon 31 Gemeinden gemeldet“, sagt LH Josef Pühringer. „Es sind weniger die materiellen Schäden, aber es bleibt die Unsicherheit“, sagt Hypo-Direktor Dr. Andreas Mitterlehner, der selbst Opfer wurde.

„Die Nachbarskatze hat die Polizei beobachtet“
Einbrecher stellten heuer im Jänner in Linz das Haus von Hypo-Generaldirektor Andreas Mitterlehner und von vier Nachbarn auf den Kopf.

Waren Sie nicht gegen Einbrecher gewappnet?
Wir hatten gerade eine Alarmanlage bestellt, weil bei Nachbarn eingebrochen worden war. Als ich heimkam, spürte ich schon einen kalten Luftzug, die Balkontür war aufgebrochen.

Wie fühlt man sich da?
Natürlich erschrickt man. Alles war durchwühlt, alles angegriffen. Der materielle Schaden ist nicht das Problem, aber es waren auch Dinge weg, die einen persönlichen Wert haben - etwa die Manschetten-Knöpfe meines Vaters.

Aber Sie haben den Schock gut überwunden.
Inzwischen ja. Aber am Anfang haben wir jeden Knackser in der Nacht wahrgenommen und waren verunsichert.

Ein Wachhund kommt aber dennoch nicht ins Haus.
Der wäre arm dran, wir sind ja nur selten daheim. Aber wir haben eine Nachbarskatze, die uns oft besucht. Die ist sogar gekommen, als die Spurensicherer bei uns waren und hat durch die Terrassentür interessiert zugesehen. Nur als „Wachhund“ taugt sie trotzdem nicht so ganz.




Symbolfoto: Georg Köchler

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Freitag, 07. Mai 2021
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