Fr, 17. August 2018

30-Stunden-Streik

25.10.2007 07:44

Lokführer-Streik in Deutschland legt Verkehr lahm

Vier Monate nach Beginn des Tarifkonflikts bei der Deutschen Bahn hat am Donnerstag der bisher längste Lokführerstreik begonnen. Der auf 30 Stunden angesetzte Ausstand im Nah- und Regionalverkehr begann um 02.00 Uhr bei der S-Bahn in Berlin und Hamburg und erfasste danach gesamt Deutschland, wie die Streikleitung der Gewerkschaft GDL mitteilte. Aufgrund des Streiks, der erst am Freitag um 08.00 Uhr enden soll, wird es zu Einschränkungen im Nahverkehr in, von und nach Deutschland kommen.

Rund 80 Prozent der Regionalzüge sollen nicht fahren, so das angestrebte Ziel der Gewerkschaft. Am stärksten betroffen seien derzeit die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, teilte die Bahn am Donnerstag mit. In der Früh werde der Streik auch in Nordrhein-Westfalen sowie in München und im Rhein-Main-Gebiet zu spüren sein.

Die Bahn will mit einem Ersatzfahrplan und rund 200 Ersatzbussen gut die Hälfte des üblichen Nahverkehrs sicherstellen. Im Stadtgebiet von Berlin etwa könne ein 10- bis 20-Minuten-Takt aufrechterhalten werden. Zudem sind zusätzliche Haltepunkte von ICE- und IC-Zügen geplant. Die Bahn will dies kurzfristig je nach Bedarf entscheiden. Die Ersatzfahrpläne für die einzelnen Bundesländer werden im Internet unter www.bahn.de/aktuell veröffentlicht.

In Österreich waren die ÖBB von den bisherigen Streiks kaum betroffen, wer jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, erhält unter der Telefonnummer 05-1717 (österreichweit zum Ortstarif) im ÖBB-CallCenter nähere Informationen zu etwaigen Einschränkungen. Der deutsche Autofahrerclub ADAC erwartet mehr Staus, aber kein Chaos auf den Straßen.

Höhere Streikbereitschaft bei Lokführern
"Die Stimmung bei den Kollegen ist sehr gut", sagte Grünwoldt. Nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg gebe es "eine wesentlich höhere Streikbereitschaft". Darin sei es der Bahn untersagt worden, streikbereite Lokführer unter Androhung einer Abmahnung zu planmäßigen Einsätzen heranzuziehen. Grünwoldt sagte, der Ausstand habe im Unterschied zu früheren Streiks ohne Druck von Seiten des Arbeitgebers begonnen. "Wir bezweifeln, dass es der Bahn gelingen wird, in sämtlichen Regionen ihren Notfallplan umzusetzen."

Von den 20.000 Lokführern in Deutschland werden nach Angaben der GDL 12.100 im Nah- und Regionalverkehr eingesetzt. Von diesen seien 4.400 Beamte, so dass es mehr als 7.000 "streikfähige Lokführer" gebe, sagte Grünwoldt. Mehr als 80 Prozent seien bei der GDL organisiert. "Wir gehen davon aus, dass unsere Mitglieder sich alle an dem Streik beteiligen", sagte der Gewerkschafter.

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