Mo, 18. Juni 2018

Gekentert

19.10.2007 14:20

31 Todesopfer bei Schiffsunglück in Indonesien

Ein schweres Schiffsunglück vor der Insel Sulawesi im Nordosten Indonesiens hat am Donnerstagabend mindestens 31 Menschenleben gefordert. Die vermutlich überfüllte Fähre war laut Medienberichten bei rauer See nur einen halben Kilometer vor der Küste gekentert.

Wie Behördenvertreter am Freitag mitteilten, wurden bisher 125 Passagiere der "Acita 03" lebend geborgen. Das Unglück ereignete sich in der Nähe der Stadt Bau Bau auf der Insel Buton südöstlich von Sulawesi. Über die Gesamtzahl der Passagiere an Bord gab es unterschiedliche Angaben.

Der Radiosender "ElShinta" berichtete, an Bord der Fähre seien vermutlich 151 Passagiere gewesen. Der Bürgermeister der Stadt Bau Bau, Amirul Tamim, nannte dem Sender die Zahl von 188 Passagieren. Mehrere Dutzend Menschen würden vermisst, sagte er. Ein Vertreter des Verkehrsministeriums, Djoni Algamar, sagte, auf der Passagierliste hätten nur 60 Namen gestanden.

Vertreter des Krankenhauses von Bau Bau sprachen von 31 Leichen. 19 Überlebende würden wegen Schocks behandelt. Nach Angaben des Chefs des Rettungsdienstes, Roki Asikin, wurden 125 Überlebende geborgen. Die Unkenntnis über die genaue Zahl der Passagiere erschwere die Suche nach möglichen weiteren Überlebenden oder Opfern. Einige Menschen seien im Rumpf des Schiffes eingeschlossen.

Küstenbewohner hörten Hilferufe
Die 22 Meter lange Fähre sank dem Ministeriumsvertreter zufolge mehrere Kilometer von der Küste entfernt. Passagiere hätten sich ans Dach des Schiffes geklammert und versucht, mit ihren Handys Hilfe zu rufen. Sie hätten jedoch keinen Empfang gehabt. "ElShinta" berichtete, Bewohner der Stadt Bau Bau hätten die Hilferufe der Menschen gehört. Der örtlichen Polizei zufolge fuhr die Fähre von der Insel Tomea nach Bau Bau auf der Insel Buton. Tomea zählt zur Wakatobi-Inselgruppe, die bei Hobby-Tauchern beliebt ist.

Millionen Indonesier sind derzeit auf dem Rückweg aus den Ferien zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. Fähren zählen in dem aus rund 17.500 Inseln bestehenden Indonesien zu den wichtigsten Verkehrsmitteln. Die Sicherheitsvorkehrungen sind jedoch oft unzureichend, und häufig werden mehr Passagiere mitgenommen als zulässig. Vergangenen Dezember waren vor der Insel Java rund 400 Menschen bei einem Fährunglück ums Leben gekommen.

Symbolbild

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