13.06.2003 13:39 |

Scharfmacher

Das Geheimnis der Chilis

Die einen können gar nicht genug davon bekommen, den anderen tränen schon beim bloßen Geruch die Augen: Warum Chili manch einen kalt lässt und andere dazu bringt, rot anzulaufen.
Im Magen und vor allen Dingen auf der Zungehat jeder Mensch Schmerzrezeptoren, die zum Beispiel bei einemheißen Bissen das Gehirn warnen sollen. Dieselben Rezeptorenschlagen aber auch Alarm, wenn der in Chili enthaltene Scharfmacher"Capsaicin" über die Zunge wandert. Capsaicin löst nämlichdie fettähnlichen Moleküle auf, die normalerweise wieein kleiner Schutzstecker auf den Schmerzrezeptoren der Zungesitzen.
 
Der kalifornische Biochemiker David Julius hatnun herausgefunden, dass sich diese Schutzstecker ("PIP2") beijedem Menschen unterschiedlich leicht lösen. Zusätzlichkönnen Medikamente das jeweilige Schärfe- bzw. Schmerzempfindenbeeinflussen. Eine Erkenntnis, die Ärzte aufhorchen lässt,da man sich davon nun wirksamere Mittel zur Linderung schmerzhafterNervenleiden erhofft.
 
Wenn jemand also bei einem Biss in eine Chili-Schotenicht einmal das Gesicht verzieht, du hingegen feuerrot anläufst,ist er noch lange nicht der große Held. Die PIP2-Steckerauf seiner Zunge verteidigen nur seine Schmerzrezeptoren erfolgreicher.Damit aber auch du nach dem Genuss einer mexikanischen Jalapeno-Schotewieder genug Luft bekommst, helfen gegen akuten Zungenbrand ambesten Tomatensaft, frische Zitrone, Milch, Reis und Brot.
Montag, 14. Juni 2021
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