„Bei mir war er während unseres Urlaubs. Er hat das Zeugnisgeld aus den Geldbörsen der Kinder erwischt“, erinnert sich der Linzer Vizebürgermeister Erich Watzl. Freude verspüre er zwar nicht, aber als Politiker findet er die richtigen Worte: „Die Gewissheit, dass die Polizei gut arbeitet, beruhigt sehr.“
Auch Elisabeth Marckhgott aus Linz, deren Tür der Bohrer geknackt hatte, sinnt nicht auf Rache: „Es ist gut, dass er niemanden mehr schädigen kann.“ Sie konnte das Loch in der Tür rasch reparieren lassen, bei anderen Opfern ist der Schaden höher. So sucht ein Linzer noch immer nach einem passenden Ersatz für seine Terrassentür.
Inzwischen haben das Landeskriminalamt, das Linzer Stadtpolizeikommando und die Polizei aus dem Bezirk Linz-Land eine Sondereinheit gebildet, die kommende Woche nach Tirol fährt, um den verhafteten Kroaten (42), der 2001 und 2002 in Traun als Kellner gearbeitet hatte, zu verhören. Sie schleppen Akten zu 91 Fällen in Oberösterreich mit. Da Beschreibungen und Fußspuren passen, glauben die Ermittler jedenfalls, den Richtigen zu haben. Jetzt suchen sie Leute, bei denen der mutmaßliche Fensterbohrer gewohnt hat. Er hat sich meist in der Nähe der Tatorte eingemietet und war zu Fuß unterwegs.
Foto: Horst Einöder
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