Alles beginnt, wie mittlerweile üblich, mit der Erstellung des eigenen Charakters. Im Gegensatz zu so manch anderem Spielchen sollte man sein Outfit hier jedoch mit Bedacht wählen - schließlich hat die Wahl der Klamotte tatsächlich direkte Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Ohne Sandalen geht es sich nunmal leiser und mit dem kleinen Schwarzen bleibt man im Dunkeln besser versteckt.
Doch keine Angst: Das Ninja-Dress kann im Laufe des Spiels geändert werden und auch um das Schleichen und Verstecken muss man sich vorerst keine Sorgen machen. Ein als Einführungsmission getarntes Tutorial macht den Spieler mit allen nötigen Befehlen vertraut: Kriechen, robben, hechten, hangeln, an der Wand Deckung suchen, springen und viele weitere Bewegungsabläufe wollen gemeistert werden.
Leider verlangen viele Moves und besondere Fertigkeiten - etwa der Einsatz von Wurfgeschossen und anderen Items - jedoch zum Teil recht umständliche Tastenkombinationen. Jede Taste des Xbox-Controllers ist belegt und sorgt in Verbindung mit anderen Knöpfen für weitere Tricks und Kniffe des Schattenmeisters. Als ob das nicht schon schwer genug wäre, muss der Spieler auch noch auf seine Licht- und Geräuschanzeige achten, um unentdeckt zu bleiben. Auch stinken sollte man nicht, schließlich haben die Wachen ein feines Näschen - Eau de Toilette oder ein Bad schaffen in diesem Fall Abhilfe.
Hat man ausreichend trainiert, kann es dann endlich losgehen. Ausgangspunkt für jede der insgesamt 50 Missionen ist eine kleine Hütte im Wald, wo sich der Spieler mit dem Nötigsten ausrüsten kann. Das durch erfolgreich absolvierte Aufträge verdiente Geld kann aber nicht nur in neue Waffen, Heiltränke oder Outfits investiert werden, sondern auch in neue Moves und Fertigkeiten - die eine neue Knöpfchenkombination mit sich bringen.
Wie viel Geld der junge Ninja am Ende auf seinem Konto hat, hängt davon ab, wie präzise er seinen Auftrag ausgeführt hat. Im Optimalfall bewegt sich der Spieler möglichst schnell ungesehen und ohne Wachen oder Zivilisten zu töten zum Ziel. Für Opfer oder ausgelöste Alarme gibt es Abzüge. Die Missionsziele selbst lassen sich größtenteils in die Kategorien "Auftragsmord", "Spionage" oder "Geiselbefreiung" einteilen.
Leider ähneln sich viele Aufträge im weiteren Spielverlauf jedoch zu stark, was im Zusammenhang mit dem zwar hübschen, aber monoton wirkenden Leveldesign mitunter Langeweile aufkommen lässt. Man hat sich an den japanischen Gärten, Pagoden-Dächern und Papier-Türchen eben bald satt gesehen. Immerhin spiegeln die Fußböden schön, die Animationen des Ninjas sind flüssig und auch das aus den bisherigen Teilen bekannte Problem mit der störrischen Kamera scheint man in den Griff bekommen zu haben. Ganz klar Probleme hat man hingegen noch mit der KI, die die Gegner viel zu oft zögernd in der Gegend herumstehen lässt.
Schon wesentlich besser zu gefallen weiß da die typische Koto-Musik mit ihren Flöten und Mandolinen sowie die japanische Sprachausgabe (mit englischen Untertiteln). Ebenfalls sehr gut ist der Koop-Modus für zwei bis vier Spieler, der jedoch nur via System-Link oder Xbox Live zur Verfügung steht.
Fazit: Eine überladene Steuerung, eine nicht mehr zeitgemäße Grafik, dümmliche KI, das mitunter hektische Kampfgeschehen sowie die mangelnde Abwechslung bei den Missionen sorgen bei "Tenchu Z" für Punktabzug. Dennoch hat das Spiel seine interessanten Momente, etwa wenn es ums Upgraden und Ausrüsten des eigenen Charakters geht oder man von Pagodendach zu Pagodendach hangelt und springt. Freunde asiatischer Schleicherei dürfen demnach einen Blick wagen, alle anderen Stealth-Fans bleiben wohl auch weiterhin besser bei "Splinter Cell."
Plattform: Xbox 360
Publisher: Microsoft
Krone.at-Wertung: 65 %
von Sebastian Räuchle
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