„Es stimmt, der Nachzipf ist wirklich ein Gewinn. Denn es werden Wissenslücken gestopft, das ergibt im folgenden Schuljahr oft sogar einen Vorsprung vor den anderen“, bestätigt die Psychologin Mag. Christa Schirl-Russegger vom Linzer Kinderhilfswerk.
Die „Hitliste“ der schulischen Stolpersteine führt seit Jahren Mathematik an, gefolgt von Englisch und anderen Fremdsprachen. Wer in Eigenregie lernt, sollte seinen Typ kennen. „Manche müssen etwas hören, um es sich gut merken zu können, andere wieder prägen sich alles beim Schreiben besser ein. Am besten ist es, alles mit einzubeziehen“, empfiehlt Schirl-Russegger.
Viele Eltern aber setzen auf professionelle Unterstützung für ihren Nachwuchs und zahlen dafür jährlich 36,5 Millionen Euro im Jahr. Schon etwa 40 Prozent aller oberösterreichischen Schüler nehmen regelmäßig Nachhilfeunterricht, im Sommer boomen die Lerninstitute mit der Vorbereitung auf Nachprüfungen. Die Erfolgsaussichten sind gut: Jeder zweite Nachzipfkandidat kommt durch und darf in die nächste Klasse aufsteigen, an einigen Schulen sind es sechzig Prozent und aus den Instituten werden bis zu 90 Prozent gemeldet.
Jetzt bleibt nur noch eine Woche Ferien, dann geht es für alle Schüler – und auch ihre Eltern wieder los. Die Zukunft der Schule in Oberösterreich ist auch das Thema eines Krone-Forums am 13. September (siehe Grafik).
„Im Leben gibt es viel Wichtigeres als Noten“
Als Psychologin kennt Mag. Christa Schirl-Russegger vom Linzer Kinderhilfswerk Tipps und Tricks für einen erfolgreichen Nachzipf.
Fast alle kennen das: Man hat sich vorbereitet, aber wenn´s darauf ankommt, ist der Kopf völlig leer.
Kinder fragen auch oft, wo denn das Wissen hingeht. Dagegen kann man Strategien entwickeln. Zum Beispiel: Ein Bub stellte sich das Gelernte als Wasser im Becken vor und stöpselte gedanklich zu, damit es nicht wegrinnt.
Eltern wollen oft helfen.
Aber die Verantwortung zum Lernen liegt allein beim Schüler. Eltern dürfen loben, aber nicht lästig sein.
Sie wollen aber doch sicher das Beste für ihr Kind.
Ja, aber Noten sind nicht alles im Leben. Wichtiger ist, mit Konflikten umgehen zu können oder zu wissen, wie man sich Infos aus dem Internet holt.
Jetzt erst mit dem Lernen beginnen hat das Sinn?
Natürlich sollte man rechtzeitig anfangen, immer wieder Pausen einplanen. Manchen Kindern hilft es sogar, noch am Vorabend einen Blick in die Bücher zu werfen. Sich zu überzeugen: Ich kann es.
Was tun bei Lampenfieber?
Einmal tief durchatmen kann nicht schaden. Sehr wirksam: Sich vorstellen, wie man es geschafft hat und sich alle freuen.
Grafik: „Krone“
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