Farewell, Belfast!
Britische Armee beendet Nordirland-Einsatz
Die Tage der Krawalle sind seit knapp zehn Jahren vorüber. Zuletzt war 1997 ein britischer Soldat von Heckenschützen der katholischen IRA erschossen worden. Im Jahr danach begann mit dem Karfreitagsabkommen ein Friedensprozess, der schließlich nach demokratischen Wahlen im Mai dieses Jahres zur Bildung einer gemeinsamen Provinzregierung der einst verfeindeten Katholiken und Protestanten führte. Dem Terror im Nordirland-Konflikt waren seit 1969 mehr als 3.500 Menschen zum Opfer gefallen.
Längster Kampfeinsatz der britischen Streitkräfte
In den Jahren nach dem Karfreitagsabkommen von 1998, an dem neben den nordirischen Konfliktgegnern auch die Regierungen der Republik Irland und Großbritanniens beteiligt waren, hatte die Armee Operationen gegen bewaffnete Extremisten mehr und mehr der Polizei überlassen. Die Terrorgruppen haben sich im Zuge des Friedensprozesses aufgelöst.
Die „Operation Banner“, für die im Laufe der Jahre mehr als 300.000 Soldaten eingesetzt wurden, war der längste Kampfeinsatz in der Geschichte der britischen Streitkräfte. Ohne die Opfer, die britische Soldaten erbracht hätten, wäre am Ende eine politische Lösung des Nordirland-Konfliktes nicht möglich geworden, erklärte der frühere Erzbischof der Kirche von Irland, Lord Eames.
Offiziell endete der Militäreinsatz um Mitternacht. Seitdem hat wieder allein die nordirische Polizei die Verantwortung für die Sicherheit in der britischen Provinz. Es verbleibt zwar eine britische Garnison mit 5.000 Mann in Nordirland, deren Aufgabe ist aber auf die Landesverteidigung sowie Auslandseinsätze beschränkt.
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