Streit um EAG

51 Energie-Prozent zu wenig!

Oberösterreich
07.06.2007 19:51
„Der Voest sind auch die 55 Prozent statt der 100 Prozent von Böhler zu wenig“, hat nun Oberösterreichs SP-Chef Erich Haider ein weiteres Argument gegen den Verkauf der Energie AG: „Wenn das Land statt 93 nur 51 Prozent behält, verliert es den notwendigen Einfluss bei wichtigen Entscheidungen der Daseinvorsorge.“

Der Landes-Vize zitiert den Linzer Uni-Professor Dr. Heinz Keinert, der „Hinweise zur Energie-AG-Privatisierung“ verfasste: „Auch in der Wirtschaftspolitik gibt es ,Moden´ - früher die Verstaatlichtenmode, jetzt die Privatisierungsmode aufgrund schieren Geldbedarfs.“ Unbestritten sei, dass sich ein privater Investor nicht ebenso verhält wie die öffentliche Hand, die auf alle Energieverbraucher und Wähler Rücksicht nehmen müsse. 

Dann analysiert Keinert die Stufen der Beteiligungen: Mit einer reinen Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Stimme lasse sich in einem Unternehmen nur das „Ärgste“ verhindern, aber nichts aktiv gestalten. Eine einfache Mehrheit (50 % + 1) erlaube auch nur einfache laufende Entscheidungen. „Jede größere Änderung, wie sie ein dynamisches Wirtschaftsleben jederzeit erfordern kann, verlangt hingegen eine qualifizierte Mehrheit von mindestens 75 Prozent“, doziert der Professor: 51 Prozent seien für Satzungsänderungen, Umstrukturierungen und sämtliche Kapitalmaßnahmen zu wenig.

„Fazit: Einfache Mehrheit bringt nicht viel, nämlich nichts bei wichtigen Maßnahmen.“

 

 

 

Foto: rubra

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