Vor dem G8-Gipfel

Bush streicht wichtige Mittel für Klimaforschung

Ausland
05.06.2007 19:47
Zum Auftakt des G-8-Gipfels (Tagung der Staats- oder Regierungschefs der sieben größten Industrienationen plus Russland) machte US-Präsident Bush klar, dass er mit einem der Hauptthemen der zweitägigen Konferenz - dem Klimawandel - nichts am Hut hat. Im Gegenteil: Wichtige Mittel für die Klimaforschung sollen gestrichen werden!

In einem vertraulichen Bericht, der der Nachrichtenagentur AP vorliegt, warnen US-Wissenschafter, dass sie demnächst den Großteil ihrer Fähigkeiten zur Erforschung des Klimawandels vom Weltraum aus verlieren würden: Das dafür wichtige Satellitenprogramm werde vom Pentagon radikal zusammengestrichen. Der geplante Ersatz von veralteten Forschungssatelliten solle nur teilweise stattfinden. Und auch bei den verbleibenden Satelliten wurden die meisten Instrumente, die für das Sammeln langfristiger Klimadaten nötig sind, gestrichen - sie wurden durch Instrumente für die Wettervorhersage ersetzt. 

Erneut ein Puzzlestein, der nur abermals verdeutlicht, wie das Weiße Haus zum Thema Klimaschutz steht. Die Gastgeberin des Gipfels, Deutschlands Kanzlerin Merkel, weiß, dass sie mit ihrem Anliegen, Ziele für die Reduktion des Kohlendioxidausstoßes festzulegen, bei Bush auf Granit beißen wird. Sie muss schon froh sein, wenn die G 8 "ein gemeinsames Verständnis entwickeln, wie der Klimawandel bekämpft werden kann". Eine Wischi-Waschi-Erklärung also, doch nicht einmal derer kann Merkel sich sicher sein. 

Bush bereits in Deutschland eingetroffen
US-Präsident Bush war am Dienstagabend der erste Tagungsteilnehmer, der im Ostsee-Bad Heilgendamm eintraf. Mit dem Hubschrauber wurde er vom Flughafen Rostock zum Grand Hotel geflogen, das mit einem 12 Kilometer langen Stacheldrahtzaun umgeben ist. An dem Gipfel nehmen auch noch Frankreichs Staatschef Sarkozy, die Regierungschefs Blair aus England, Prodi aus Italien, Abe aus Japan, Harper aus Kanada sowie Kreml-Chef Putin teil. Wichtigstes Thema neben dem Klimawandel: Hilfe für Afrika. 

Nach den blutigen Anarcho-Demos in Rostock vom Wochenende herrscht in Deutschland Angst vor einer Riesen-Randale. 16.000 Polizisten sind vor Ort.

Von Christian Hauenstein

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