Vorschuljahr

Schmied zweifelt an der Finanzierbarkeit

Österreich
30.05.2007 20:01
Unterrichtsministerin Claudia Schmied schaltet bei dem von der SPÖ geforderten verpflichtenden Vorschuljahr aus finanziellen Gründen einen Gang zurück. Vor dem Ministerrat meinte sie am Mittwoch, dass eine Finanzierung vom Bund aus derzeit nicht gewährleistet sei. "Wir haben keinen weiteren Spielraum", meinte Schmied in Bezug auf das Doppelbudget 2007/08.

Gleichzeitig will die Ministerin die Bundesländer in dieser Frage stärker fordern. Diese hätten hier auch die Kompetenz. Umweltminister Pröll kann sich eine verpflichtende Vorschule in bestimmten Gebieten vorstellen. Dort, wo es notwendig ist, etwa in Gebieten mit starkem Migrationshintergrund, könne so ein Modell sinnvoll sein. Als Beispiel dafür nannte er Wien.

Indessen wurde bekannt, dass der ehemalige steirische Landesschulratspräsident Schilcher die von Schmied angekündigte Expertenkommission für eine eventuelle Neuordnung der Schulorganisation leiten wird. Stellvertretende Leiterin wird mit der Infineon-Vorstandsvorsitzenden Kircher-Kohl eine ehemalige SPÖ-Politikerin.

Schilcher saß zwischen 1976 und 1991 für die ÖVP als Abgeordneter im steirischen Landtag und fungierte dort auch als Klubobmann. Als solcher galt er als "Mastermind" hinter dem erbitterten Widerstand der steirischen ÖVP unter ihrem damaligen Landeshauptmann Krainer gegen die Stationierung der Draken. Von 1989 bis 1996 fungierte Schilcher außerdem als Amtsführender Präsident des steirischen Landesschulrates.

Neben Schilcher und Kircher-Kohl stehen für die Expertengruppe noch der Kommunikationswissenschafter Thomas A. Bauer (Uni Wien) und Rainer Domisch vom finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen fest. Ihre Arbeit soll die Gruppe Ende Juni aufnehmen.

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