Bildungsministerin:

“Gesamtschule funktioniert ja bereits!”

Oberösterreich
14.05.2007 19:23
Die neue Bildungsministerin Claudia Schmied am „Krone“-Telefon - und fast jeder zweite Anrufer wollte von ihr Näheres über die Gesamtschule wissen. Ihr Kompliment an Oberösterreich: „Bei euch funktioniert sie ja schon - es sind die Hauptschulen im ländlichen Bereich. Genau so soll die neue Mittelschule sein!“

Fällt in einer Gesamtschule das Niveau? Das befürchtet auch Josef Mathy als Elternvereinsobmann des Linzer Hamerling-Gymnasiums: „Die Lehrer haben panische Angst davor“, weiß er. „Da entsteht ein Einheitsbrei“, macht lieber Eliteschulen, gibt Anton Wiespointner aus Bad Schallerbach zu bedenken, und Karl Lang aus Rainbach ist überzeugt: „Da lernen die Kinder nichts.“ Diesen - und vielen weiteren Anfragen zur Gesamtschule - setzt Schmied entgegen: „Das Gegenteil wird passieren. Die ,neue Mittelschule´, wie ich sie nenne, soll Begabungen und Talente entdecken und fördern sowie die Entwicklung schwächerer Schüler verbessern. Mit Leistungs- und Fördergruppen ist das möglich.“

Denn: Mit neuneinhalb Jahren so wichtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, sei viel zu früh. „Lehrer sagen mir: So wie es jetzt läuft, gehen viele Talente verloren, das kann sich unsere Gesellschaft nicht leisten!“ Besonders schlimm sei es in den Städten, das schlechte Hauptschul-Image drängt alle ins Gymnasium. Anders am Land - und Schmied lobt: „Genau da will ich hin.“

Viele Anfragen gab´s auch zur Klassenschülerhöchstzahl von 25, die nur in ersten Klassen startet. Zu spät für Eltern in Unterweitersdorf: Nächstes Jahr sitzen 29 Kinder in der zweiten Klasse. Schmied kann das kaum glauben, so ein Fall ist ihr noch nicht untergekommen - was sich sicher noch ändern wird…

Zwerge gerettet
Sorgen macht sich Michaela Niederhametner aus Traberg um die zweiklassige „Zwergschule“ am Ort. Hier kann Bildungsministerin Claudia Schmied Entwarnung geben: „Die Kleinschulen sind gesichert, dafür stehen Separatmittel des Bundes zur Verfügung.“ Allerdings: Die Untergrenze liegt bei 15 Kindern, sonst wird´s zu teuer. Mögliche Lösung: gemeinsame Verwaltung der Kleinschulen.

Strenge Sprengel
Ein Problem belastet gleich mehrere Mütter und eine Oma: Dem Kind wird nicht genehmigt, eine Wunschschule außerhalb des Sprengels zu besuchen. Diese Fälle wird die Bildungsministerin von den zuständigen Stellen unter die Lupe nehmen lassen. „Es ist mein großer Wunsch, die Sprengelgrenzen aufzuheben, so wie es in Linz bereits geschehen ist. Das brächte Spielraum und Beweglichkeit.“

 

 

Foto: Chris Koller

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