Nicht beschützt

Rekord-Entschädigung für gemobbten Schüler

Ausland
14.05.2007 14:10
Ein australischer Teenager wird nach einer Gerichtsentscheidung mit der Rekordsumme von umgerechnet bis zu rund 600.000 Euro entschädigt, weil er auf dem Schulhof schikaniert worden ist. Das Gericht stellte am Montag in Sydney fest, dass die Grundschullehrer des heute 18-Jährigen bei ihrer Pflicht, den Jungen zu beschützen, versagt hätten. Die Richterin sprach von einer psychiatrischen Dimension des Mobbings. Benjamin Cox bekam eine Einmalzahlung sowie eine lebenslange Rente zugesprochen.

"Seine Jugend ist komplett zerstört worden, sein Erwachsensein wird nicht besser sein", sagte die Richterin Carolyn Simpson. "Er wird unter Angstzuständen und Depression leiden, vermutlich für den Rest seines Lebens." Der junge Mann könne nicht arbeiten und werde vermutlich nicht in der Lage sein, Beziehungen einzugehen.

Nach australischen Medienberichten war Benjamin Cox als Kind von einem älteren, gestörten Schüler regelmäßig tyrannisiert worden. Im Februar 1995 habe dieser sogar versucht, Cox zu erwürgen. Die Mutter des kleinen Jungen hatte nach Angaben des Gerichts mehrfach über die Schikanen berichtet, die Reaktion der Schule sei jedoch unzulänglich gewesen. Auch die Behörden hätten nichts unternommen. Die Mutter sagte, ihr Sohn habe Albträume und Kopfschmerzen gehabt, ständig geweint und begonnen zu stottern. Im September 1995 nahm sie Benjamin von der Schule. Der Direktor habe daraufhin geäußert, "einige Kinder gehen, andere bleiben".

Der Fall könne nach Einschätzung von Experten eine Flut von Entschädigungsklagen von Mobbing-Opfern auslösen. Einer von sechs Schülern werde während seiner Schulzeit schikaniert, hieß es weiter.

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