Auf der Tiroler Transitstrecke A 12 sind 100er-Beschränkungen zwischen Kufstein und Zirl sowie zwischen Imst und Landeck von November bis April zeitlich befristet. „In Tirol geht es wegen der Talkessel um Feinstaub, der nur bei Kälte auftritt, in der Ebene um Enns aber haben wir Stickoxide, die im Sommer ein größeres Problem sind. Dafür sind bei uns Nachtstunden ausgenommen“, verteidigt Umweltlandesrat Rudi Anschober (Grüne) seinen Immissionsschutz-Hunderter auf der A 1. In Tirol galt der Luft-100er zudem nicht für schadstoffarme gasbetriebene Fahrzeuge. Anschober: „Eine solche Ausnahmeregelung wäre ein enormer Verwaltungsaufwand und kaum überprüfbar.“
Den umstrittenen Luft-100er bekämpft Verkehrs-Landesvize Erich Haider (SP) nach wie vor vehement: „Achtzig Prozent der Schadstoffe stammen vom Lkw-Verkehr, nur 20 Prozent von Pkw. Die Schadstoffeinsparung beträgt daher nur 0,4 Prozent, seit 2005 gab es keine Überschreitungen mehr - dennoch bekamen 18.000 Lenker Geldstrafen und wurden 2000 Führerscheine entzogen. Für nichts!“ Haider hat deshalb zwei Klagen angestrengt: Gegen das Gesetz sowie einen Musterprozess mit zwei „Luft-Opfern“: Die Akte sind schon beim Verwaltungsgerichtshof.
Foto: Johannes Markovsky
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