Staatsbegräbnis
Russland nahm Abschied von Ex-Präsident Jelzin
Für die EU war Außenkommissarin Ferrero-Waldner angereist, aus den USA waren die Ex-Präsidenten Clinton und Bush erschienen. Auch der letzte sowjetische Präsident Gorbatschow erwies Jelzin die Ehre. Die Trauerfeier wurde vom russischen Staatsfernsehen live übertragen. Landesweit wehten die Flaggen auf Halbmast.
Tausende Menschen nahmen Abschied
Nach dem Staatsakt in der Erlöser-Kathedrale machte sich der Trauerzug am Nachmittag auf den Weg zum Prominentenfriedhof des Neujungfrauen-Klosters, wo Jelzin beerdigt wurde. Auf einer Geschützlafette wurde der Sarg durch das Zentrum der russischen Hauptstadt gefahren. Vor den Friedhofstoren versammelten sich tausende Menschen, um Abschied von Jelzin zu nehmen. Trauernde warfen Blumen in Richtung des Sarges.
Nicht an der Kreml-Mauer beerdigt
Dass Jelzin im Neujungfrauen-Kloster beerdigt wird, ist ein Bruch mit der aus der Sowjetzeit stammenden Tradition, Staatschefs auf dem Roten Platz an der Kreml-Mauer zu beerdigen. Die Familie hatte darum gebeten, Jelzin in der Nähe von Kulturschaffenden und nicht von kommunistischen Politikern beizusetzen.
Jelzin war am Montag im Alter von 76 Jahren an Herzversagen gestorben. Seit Dienstagabend haben etwa 25.000 Menschen am offenen Sarg Jelzins Abschied genommen. Der Politiker stand von 1991 bis 1999 an der Spitze Russlands. In seine Zeit als Staatschef fiel auch der verlustreiche erste Tschetschenien-Krieg.
Rücktritt nach mehreren Herzanfällen
Ende 1999 trat Jelzin nach mehreren Herzanfällen und hartnäckigen Gerüchten über eine Alkoholkrankheit sein Amt an seinen gewählten Nachfolger Wladimir Putin ab. In seiner vom Staat zur Verfügung gestellten Luxus-Datscha im Moskauer Nobelvorort Gorki-9 ließ er aber nicht von der Politik. Immer wieder stellte er mit Kurzauftritten und Interviews unter Beweis, dass er auf der Höhe des politischen Tagesgeschehens blieb. Dabei sparte er nicht mit Lob und Kritik an Nachfolger Putin.
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