Geiseldrama
Zwei Tote bei Bluttat im NASA-Kontrollzentrum
Wie die Polizei am Samstag mitteilte, hatte der Ingenieur Bill Phillips vor der Tat eine Leistungsbeurteilung von seinem späteren Opfer, David Beverly, erhalten, die negativ ausgefallen sei.
Zunächst habe Phillips dem Kollegen David Beverly nur Schusswunden zugefügt und dann den Raum verlassen. Als Beverly versuchte, die Tür zu verbarrikadieren, um eine Rückkehr des Ingenieurs zu verhindern, erschoss Phillips den Mann.
NASA-Amokläufer wollte sich rächen
"Der Täter machte Beverly für die schwache Leistungsbeurteilung verantwortlich", sagte Polizeichef Harold Hurtt. Der Täter hatte sich die Beurteilung am 18. März ausgedruckt, wie die Polizei bekannt gab. Noch am selben Tag habe er sich dann die spätere Tatwaffe gekauft.
Das Geiseldrama hat um gegen 13.40 Uhr Ortszeit (20.40 Uhr MESZ) begonnen. Der mit einer Pistole bewaffnete Täter hatte nach Angaben der Polizei am Freitagnachmittag zuerst seinen Kollegen getötet. Danach nahm der Ingenieur eine Frau als Geisel und verbarrikadierte sich in einem Büro im oberen Stockwerk eines zweigeschossigen Gebäudes. Die gefesselte Frau konnte das Klebeband von ihrem Mund entfernen und die Sicherheitskräfte anrufen. Die rund 50 Mitarbeiter in dem Gebäude brachten sich in Sicherheit. Ein Einsatzkommando versuchte drei Stunden lang vergeblich, Kontakt zum Geiselnehmer herzustellen. Schließlich tötete sich der Mann selbst.
"Der Verdächtige schoss sich einmal in den Kopf", sagte die Polizei. Offenbar sei er auf der Stelle tot gewesen. Im Gebäude 44 fanden die Beamten dann die Leiche der männlichen Geisel und die mit Klebeband gefesselte Frau, die unverletzt blieb.
Täter hinterließ eine Nachricht
Der Schütze hinterließ nach Angaben der Polizei eine Liste mit Namen und Telefonnummern sowie eine Nachricht. Der Täter, Opfer und Geisel sollen noch vor der Tat gemeinsam Mittagessen gegangen sein, berichteten US-Medien unter Hinweis auf die Ermittler. Dabei soll es zwischen Täter und Opfer zu einem Streit gekommen sein. "Es gab einen Disput zwischen dem Verdächtigen und dem Opfer", sagte der Polizeichef von Houston, Harold Hurtt. Die Ehefrau des getöteten NASA-Mitarbeiters sagte dem lokalen Sender KPRC, dass ihr Mann den Namen des Täters erwähnt habe. Es sei aber nicht fair, den genauen Wortlaut zu wiederholen.
Der getötete NASA-Mitarbeiter war seit 25 Jahren Ingenieur bei der US-Raumfahrtbehörde. Der unverheiratete und kinderlose Schütze hatte seit 13 Jahren für eine Vertragsfirma der NASA auf dem Gebäudekomplex des Kontrollzentrums in Houston gearbeitet.
Unklar blieb, woher der Täter trotz der NASA-Sicherheitskontrollen seine Waffe hatte. Die Raumfahrtbehörde hatte nach eigenen Angaben nach dem Amoklauf von Blacksburg (Virginia) mit 33 Toten die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.
Das Gebäude ist nach NASA-Angaben ein Kommunikations- und Computerzentrum, aus dem unter anderem die Flüge der Raumfähren und der Internationalen Raumstation ISS unterstützt werden. Im Johnson Space Center der NASA in Houston arbeiten nach Angaben der Raumfahrtbehörde rund 3.000 Ingenieure und Wissenschaftler.
Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 






Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.