15-Stunden-Kampf

Mindestens 25 Tote bei Gewaltwelle in Rio

Ausland
18.04.2007 14:26
Zusammenstöße zwischen Drogenbanden und andere Schießereien haben in Rio de Janeiro mindestens 25 Menschen das Leben gekostet und im Zentrum sowie auf einem Friedhof der brasilianischen Metropole Panik ausgelöst. Wie Medien am Mittwoch berichteten, dauerten die Unruhen bis zum späten Dienstagabend (Ortszeit) mehr als 15 Stunden.

Unter den Toten seien 22 mutmaßliche Drogenhändler, ein Räuber, ein Polizeibeamter sowie ein von einem Querschläger getroffener Passant, hieß es. Außerdem habe es zahlreiche Verletzte gegeben.

Auf dem Friedhof Catumbi seien Bestattungen unterbrochen worden, weil die Polizei auch dort mutmaßliche Drogenhändler verfolgt habe. Trauergäste seien schreiend weggelaufen. In mehreren Stadtvierteln in Zentrumsnähe hätten Menschen in Läden, Bürogebäuden und U-Bahnstationen Schutz gesucht. Die Polizei erklärte, alles habe mit einem Zusammenstoß zwischen rivalisierenden Drogenbanden der Slumhügel Mineira und Fallet begonnen. Die Verbrecher hätten sich auch von den Hügeln aus beschossen. Eliteeinheiten der Polizei hätten in der Nacht zum Mittwoch den Slumhügel besetzt. Seit Ausbruch der Unruhen seien 15 Menschen festgenommen worden.

Der "blutige Dienstag" ereignete sich einen Tag nach dem Treffen des Gouverneurs des Bundeslandes Rio, Sergio Cabral, mit den Bundesministern für Justiz und Verteidigung sowie mit Militärführern. Dabei ging es um den möglichen Einsatz der Streitkräfte bei der Bekämpfung der zunehmenden Gewalt in Rio. 

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