Mafia-Mord

Bürgermeister von Nagasaki erschossen

Ausland
17.04.2007 21:57
Wenige Tage vor Wahlen ist der Bürgermeister der japanischen Stadt Nagasaki einem TV-Bericht zufolge erschossen worden. Itcho Ito (Bild) sei nach den Schüssen vom Morgen im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, erklärte der Fernsehsender NHK am Dienstag. Der 61-Jährige war vor seinem Wahlkampfbüro in den Rücken getroffen worden; der Täter ist der Polizei zufolge Mitglied einer Gangsterbande.

Japan hat strenge Waffengesetze. Illegale Schusswaffen sind meist in den Händen der Yakuza, einer Art japanischer Mafia. Itcho Ito wollte sich am Sonntag zum vierten Mal in das Amt des Bürgermeisters wählen lassen. Ministerpräsident Abe forderte eine vollständige Aufklärung der Tat.

Täter aus dem Yakuza-Umfeld
Das Fernsehen zeigte Bilder von der Festnahme des mutmaßlichen Täters, der den Nachrichtenagenturen Jiji und Kyodo zufolge angab, zum Umfeld der japanischen Mafia-Organisation Yakuza zu gehören. Auf Fernsehbildern war der Bürgermeister blutverschmiert und bewusstlos zu sehen.

Der Täter gehörte laut Kyodo dem Yakuza-Arm Yamaguchi-gumi an. Die Gangster-Gruppe sei mit der Verwaltung von Nagasaki in Streit geraten. Yamaguchi-gumi zählt nach Angaben der Polizei vom Anfang des Jahres rund 41.000 Mitglieder. Ihr Hauptquartier hat die Organisation in der westjapanischen Hafenstadt Kobe.

In Japan sind bewaffnete Angriffe selten. 1990 war jedoch der frühere Bürgermeister von Nagasaki, Hitoshi Motoshima, von Rechtsextremen angegriffen worden, nachdem er den früheren Kaiser Hirohito für den Zweiten Weltkrieg verantwortlich gemacht hatte.

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