06.04.2007 08:10 |

Brennpunkt Irak

Erneut schwere Verluste der US-Truppen im Irak

Im Großraum Bagdad sind innerhalb von drei Tagen acht US-Soldaten getötet worden. Sie kamen entweder bei der Explosion von Sprengsätzen oder bei Angriffen mit Schusswaffen ums Leben, wie die US-Streitkräfte am Donnerstag mitteilten. Etwa 30 Kilometer südlich der Hauptstadt ist am Donnerstag erneut ein amerikanischer Hubschrauber abgestürzt, bereits der neunte seit Beginn des Jahres.

Die Maschine kam nach Angaben eines irakischen Generals in der Nähe von Latifijah unter Beschuss einer Flugabwehrstellung. Vier Insassen des Hubschraubers überlebten den Absturz mit Verletzungen.

Im Süden Iraks wurden am Donnerstag vier britische Soldaten bei einem Überfall von Aufständischen getötet, unter ihnen zwei Frauen. Die britische Patrouille fuhr in der Stadt Basra nach Militärangaben zunächst auf einen Sprengsatz und wurde anschließend mit kleinkalibrigen Schusswaffen angegriffen.

Bei dem Überfall kam auch ein Dolmetscher ums Leben, ein fünfter britischer Soldat wurde schwer verletzt. Premier Blair sagte nach dem schwersten Angriff auf britische Soldaten seit mehr als vier Monaten, diese Nachricht überschatte die Freude über die Freilassung von 15 Soldaten im Iran.

Bei Anschlägen im Irak kamen am Donnerstag außerdem mindestens 49 Menschen ums Leben. Unter ihnen waren auch 20 Männer, deren von Kugeln übersäte Körper in Bakuba gefunden wurden.

NBC: Bush will weitere Truppen in den Irak entsenden
Dennoch bereitet die US-Regierung nach einem Bericht des US-Fernsehsenders NBC die Entsendung von zusätzlichen 12.000 Nationalgardisten in den Irak und nach Afghanistan vor. Wie der Sender unter Berufung auf Mitarbeiter des Pentagon weiter berichtete, muss Verteidigungsminister Robert Gates die Marschbefehle nur noch unterzeichnen. Die zusätzlichen Kräfte sollten dann Anfang 2008 für ein Jahr entsandt werden.

Präsident George W. Bush hatte erst kürzlich die Aufstockung der US-Gruppen im Irak um 21.500 Soldaten angekündigt. Die demokratische Mehrheit im Kongress setzt sich dagegen für einen Abzug der amerikanischen Soldaten aus dem Irak im kommenden Jahr ein. Deshalb wird mit heftigem Protest der Demokraten gegen die geplante Entsendung der Nationalgardisten gerechnet.