Kinder freigelassen

Geiseldrama auf den Philippinen beendet

Ausland
28.03.2007 17:12
Die Geiselnahme in der philippinischen Hauptstadt Manila ist offenbar beendet. Die von zwei Geiselnehmern in einem Bus festgehaltenen 29 Schulkinder und Lehrer haben den Bus nach zehn Stunden verlassen. Das haben Live-Fernsehbilder gezeigt. Die Geiselnehmer wurden entwaffnet und abgeführt.

Zwei bewaffnete Männer hatten einen Bus mit 30 Kindern - einen Buben hatten sie kurz darauf freigelassen - und vier Lehrern in ihre Gewalt gebracht. In einer an der Windschutzscheibe befestigten Notiz forderten die Kidnapper bessere Wohn- und Bildungsmöglichkeiten für die Kinder. Die Polizei umstellte den Bus in der Nähe des Rathauses und erklärte, mit den Bewaffneten werde verhandelt.

Der Anführer der Geiselnehmer ist offenbar der Besitzer einer Tagesstätte für Kinder in einem Slum von Manila. Armando "Jun" Ducat verlangte von der Regierung, dass sie den in Armut lebenden Kindern eine Hochschulausbildung und bessere Unterkünfte ermöglicht. Außerdem müsse die Situation von insgesamt 145 Kindern in einer Tagesstätte verbessert werden, forderten die Geiselnehmer. "Ich liebe diese Kinder, deswegen bin ich hier", sagte einer der Männer dem Radiosender DZMM über sein Mobiltelefon.

Der Geiselnehmer beklagte sich über den Rundfunk außerdem über die Korruption in der Regierung und die andauernde Armut in seinem Land. "Ich habe Angst um die Kinder, aber ich denke, dass Jun dies tut, damit die Behörden ihm zuhören", sagte die Großmutter eines der festgehaltenen Kinder. "Die Regierung und Politiker müssen die Lage der Armen spüren, so dass sie nicht nur Versprechungen machen, Versprechungen, die ich gehört habe, die aber nie erfüllt wurden", klagte Ducat.

Laut Schätzungen leben auf den Philippinen 1,5 Millionen Buben und Mädchen auf der Straße. Weit über die Hälfte aller Kinder kommt über die zweite Schulstufe nicht hinaus, weil Armut sie zum Arbeiten zwingt.

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