Neue Zwischenfälle:

Temelin-Sorge wächst nun auch in Tschechien

Oberösterreich
12.03.2007 18:41
Die Störfallserie in Temelin und eine lange Liste immer noch offener Sicherheitsmängel im tschechischen Schrottreaktor bringen nicht nur Oberösterreichs Atomgegner in Rage - auch die tschechische Regierung in Prag, in der seit Jänner Grüne sitzen, scheint wachgerüttelt worden zu sein. Vor allem die umstrittene Atombehörde ist unter Druck geraten.

Zweimal innerhalb einer Woche ist radioaktives Wasser in Temelin ausgetreten. Das erste Mal offensichtlich durch Schlamperei und/oder „mangelnde Sicherheitskultur“ im Atomkraftwerk, wie Oberösterreichs Anti-Atom-Beauftragter Radko Pavlovec mit guten Gründen annimmt. Gravierender ist aber der zweite Vorfall bei einer Dichtheitsüberprüfung, bei dem das Reaktorgehäuse mit Borsäure radioaktiv verseucht wurde, was einen zweiwöchigen, 15 Millionen Euro kostenden Betriebsausfall in Temelin verursacht.

Konsequenz: Der grüne Umweltminister und Vizepremier Martin Bursik verlangt einen Bericht über die Sicherheit des Kraftwerkes und schließt inzwischen auch die Abberufung der zu Temelin-freundlichen Chefin der Prager Atomsicherheitsbehörde nicht aus. Bursik könnte auch auf der Internetseite des Umweltbundesamtes in Wien nachsehen: Dort listet der Bericht einer österreichisch-tschechischen Expertenkommission zahlreiche Sicherheitsmängel Temelins auf.
Drängendstes Problem dabei: die kaputten Brenn- und Steuerstäbe des Atomkraftwerkes, die auch Pavlovec aktuell die größten Sorgen bereiten.
Morgen, Mittwoch, gibt es in Wullowitz, Weigetschlag, Guglwald und Gmünd von 10 bis 11 Uhr wieder Grenzblockaden!

 

 

 

Foto: Chris Koller

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