Temelin-Störfall
Tschechien informiert spät über AKW-Panne
"Wir erwarten jedenfalls eine Erklärung, wieso es über 50 Stunden gedauert hat, bis die österreichische Seite über diesen doch außergewöhnlichen Vorfall informiert wurde", hieß es aus dem Büro von Umweltminister Pröll, welcher umgehend ein Protestschreiben veranlasste.
Aus dem Bundeskanzleramt hieß es, man sei "nicht informiert" worden. Gusenbauer habe nach Bekanntwerden des Vorfalls sofort ein Telefonat mit Topolanek geführt und ihm mitgeteilt, dass dies "nicht die Form ist, wie man sich einen offenen, freundschaftlichen Umgang vorstellt". Der Bundeskanzler habe auf die Wichtigkeit der Informationspflicht hingewiesen, die "diesmal nicht eingehalten" worden sei, fügte sein Sprecher hinzu.
Für Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hatte sich vorher die Frage gestellt, ob Bundeskanzler Gusenbauer schon früher darüber informiert worden war. Sollte der Kanzler bei seinem Treffen mit Tschechiens Premier Topolanek tatsächlich nicht darüber informiert worden sein, so wäre dies ein "ziemlich unfreundlicher Akt der tschechischen Seite", so Van der Bellen.
Als Grund für das Ausfließen des Kühlwassers wurde seitens AKW Temelin ein nicht verschlossenes, handbedientes Ventil angegeben. Die ausgetretene Flüssigkeit sei innerhalb des Sicherheitsbereiches im dafür vorgesehenen Tank aufgefangen worden.
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