01.03.2007 17:06 |

Uran im Garten

Rätsel um psychisch kranken Uran-Besitzer

Nach dem rätselhaften Fund von angereichertem Uran in Deutschland in einem niedersächsischen Garten ermittelt die Staatsanwaltschaft Hildesheim gegen den offenbar psychisch kranken Grundstücksinhaber. Wie der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Christian Gottfriedsen, sagte, wurden Haus und Garten des 45-Jährigen aus Lauenförde am Donnerstag erneut von der Polizei durchsucht.

In dem Garten hatten Beamte des Umweltministeriums vor einer Woche ein Plastiksack mit einem Stahlbehälter ausgegraben, in dem sich 14 Uran-Pellets mit einem Gesamtgewicht von 110 Gramm befanden. Die Herkunft der Pellets, mit denen normalerweise Brennstäbe von Leichtwasserreaktoren gefüllt werden, war weiterhin völlig unklar: Weder in den niedersächsischen Atomkraftwerken noch in der Lingener Brennelementfabrik würden Pellets vermisst, teilte das Umweltministerium mit.

Der 45-Jährige Lauenförder, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen ermittelt, wurde mehrfach in der Psychiatrie behandelt. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, der letztlich zum Auffinden der Pellets führte, habe er selbst von Psychiatrie-Aufenthalten berichtet, erklärte das Umweltministerium in Hannover.

Die ein Zentimeter hohen zylindrischen Pellets, die das Umweltministeriums vor einer Woche sicherstellte, bestehen aus zu vier Prozent angereichertem Uran. Für waffentaugliches Uran muss das leicht spaltbare Uran-Isotop 235 auf rund 90 Prozent angereichert werden. In Deutschland ist der Besitz von Kernbrennstoffen jeder Art nur mit atomrechtlicher Genehmigung und unter staatlicher Aufsicht erlaubt. Der Fund wird nun untersucht: Von der Analyse erhofft man sich Aufschluss darüber, wo der Kernbrennstoff hergestellt wurde. Gefahr für die Umwelt besteht nicht.