Endlich daheim

284-Gramm-Baby ist wieder zu Hause

Ausland
22.02.2007 10:40
Das in den USA geborene weltweit jüngste Frühchen ist am Mittwoch aus der Klinik entlassen worden. "Wir sind überglücklich", sagte die Mutter Sonia Taylor beim Verlassen des Baptisten-Kinderkrankenhauses in Miami mit ihrer vier Monate alten Tochter Amillia. Der Vater Eddie Taylor hatte versichert, die Familie habe die notwendige medizinische Ausrüstung zu Hause, um die Kleine versorgen zu können.

Nach monatelanger Pflege auf der Intensivstation einer US-Klinik kann das weltweit jüngste Frühchen endlich nach Hause kommen. Die am 24. Oktober nach nur 21 Wochen und sechs Tagen geborene Amillia Taylor gedeihe so gut, dass sie von ihren Eltern gepflegt werden könne, teilten die Ärzte des Baptist Children's Hospital in Miami mit. Sie sprechen von einem Wunder, die Mutter davon, dass ihre Tochter "langsam aussieht wie ein richtiges Baby".

Denn bisher war weltweit kein Fall eines lebensfähigen Frühgeborenen bekannt, das jünger als 23 Wochen war, wie die Universität Iowa unter Berufung auf eigene Frühchen-Statistiken mitteilte.

Bilder von Amillia findest du in der Infobox!

Amillia war im Oktober durch einen Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden, nachdem es den Ärzten nicht gelungen war, die Frühgeburt zu verhindern. Das Baby wog nur 284 Gramm und war mit 24 Zentimetern nur wenig größer als ein Kugelschreiber. Dennoch konnte es selbstständig atmen und versuchte sogar zu schreien. Inzwischen bringt das Mädchen 1,8 Kilos auf die Waage.

Die Überlebenschancen der Kleinen waren nach ihrer Geburt als sehr gering bewertet worden. Der Frühchenspezialist der Klinik, William Smalling, bezeichnete seine jüngste Patientin als "Wunder-Baby". Die Versorgung Amillias in den vergangenen Monaten sei vergleichbar gewesen mit dem Navigieren in unbekannten Gewässern, sagte er. "Wir wussten noch nicht einmal, was der normale Blutdruck für ein so kleines Baby ist."

Angesichts von Amillias glücklichem Schicksal müsse man die Standards der US-Vereinigung der Kinderärzte überdenken, denen zufolge ein weniger als 23 Wochen altes Frühchen als nicht lebensfähig bezeichnet werde. Die Technik zur Behandlung von Frühchen habe sich dramatisch verbessert. "Heute können wir Babys retten, die vor zehn Jahren nie überlebt hätten", sagte Smalling.

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