04.02.2007 16:17 |

Welle der Gewalt

27 Tote bei Kämpfen von Fatah und Hamas

Bei einer neuen Runde der Gewalt zwischen den verfeindeten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas sind nach Krankenhausangaben binnen drei Tagen mindestens 27 Menschen getötet und hunderte verletzt worden. In der Nacht zum Sonntag wurde das Hauptquartier von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Gaza mit Mörsergranaten angegriffen. Dabei wurde jedoch niemand verletzt.

Am Sonntag herrschte zunächst gespannte Ruhe, nachdem Repräsentanten beider Seiten am Vorabend eine Waffenruhe bekräftigt hatten. Am Samstagabend war noch ein zur Fatah zählender Sicherheitsbeamter in Gaza getötet worden.

Am Sonntagmorgen wurden in der Stadt Straßensperren weggeräumt und der Berufsverkehr wieder aufgenommen. Mehrere Geschäfte, die wegen der tödlichen Feuergefechte geschlossen worden waren, waren wieder geöffnet. Repräsentanten von Hamas und Fatah hatten am Freitag unter ägyptischer Vermittlung vereinbart, ihre bewaffneten Einheiten von den Straßen zurückzuziehen und alle Kämpfe einzustellen. Dennoch kam es am Samstag zu neuen Schießereien. Beide Gruppen verschleppten erneut Anhänger der gegnerischen Seite.

Die neue Waffenruhe gilt als äußerst brüchig, ähnliche Vereinbarungen waren in der Vergangenheit immer wieder gebrochen worden. Nach dem Sieg der Hamas bei Parlamentswahlen vor gut einem Jahr sind beide Organisationen in einen Machtkampf verstrickt, der am Donnerstag erneut eskaliert war.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) und der in Damaskus lebende Hamas-Politbürochef Chaled Maschaal wollen am kommenden Dienstag in Saudi-Arabien einen neuen Anlauf zur Bildung einer gemeinsamen Regierung unternehmen. Nach Berichten aus Damaskus akzeptierten Hamas und Fatah ein Vermittlungsangebot aus Saudi- Arabien. Bisherige Bemühungen zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit scheiterten vor allem an der Weigerung der Hamas, das Existenzrecht Israels anzuerkennen.