12.01.2007 17:09 |

Attentate in Athen

Rakete auf Athener US-Botschaft

In der Nacht auf Freitag ist ein Attentat auf die US-Botschaft im griechischen Athen verübt. Bei der Explosion hat es sich definitiv um einen Anschlag gehandelt. Laut einer griechischer Polizei wurde diplomatische Vertretung mit einer Rakete angegriffen. Verletzt wurde nach Angaben der USA niemand. Größere Schäden gab es offenbar nicht. Die Polizei sperrte alle umliegenden Straßen ab.

Die US-Botschaft in Athen ist eines der am besten gesicherten Gebäude in der griechischen Hauptstadt. Allerdings haben bereits vor zehn Jahren Mitglieder der linksextremistischen Untergrundorganisation „17. November“ eine Rakete in den Hof der Botschaft abgefeuert. Auch dabei war niemand verletzt worden.

Banken mit Gasflaschen attackiert
Es war eine unruhige Nacht in Athen: Kurz nach Mitternacht haben „Autonome" vor vier Bankgebäuden in Athen Haushaltsgasflaschen angezündet. Zudem griffen sie mit Brandflaschen ein Büro der regierenden konservativen Partei Nea Dimokratia von Ministerpräsident Karamanlis an. Verletzt wurde niemand. Die Täter skandierten nach Aussagen von Augenzeugen anarchistische Parolen. In den vergangenen Monaten haben sich Dutzende solcher Anschläge ereignet.

Von „Autonomen“ zu Terroristen
Die 2001 zerschlagene linksextremistische Untergrundorganisation „17. November“, die sich nach dem Datum der blutigen Niederwerfung des Athener Studentenaufstands gegen die Militärdiktatur im November 1973 nennt, hatte in einem Vierteljahrhundert 23 Menschen ermordet, darunter Diplomaten, Unternehmer, Verleger und Politiker, und Dutzende von Bombenanschlägen verübt. Prominente Anschlagsopfer waren der konservative Parlamentsabgeordnete Pavlos Bakoyannis, Schwiegersohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Konstantinos Mitsotakis und Ehemann der heutigen griechischen Außenministerin, der CIA-Resident in Athen, Richard Welch, und Diplomaten aus Großbritannien und der Türkei.