Tolle Ausstellung

Meisterliches Spiel mit Phantasie

Fritz Aigner (1939 - 1995) zählte zu den bedeutendsten Künstlern Oberösterreichs, seine Kunst blieb dem phantastischen Realismus verpflichtet. Meisterlich spielte er mit Fantasmen, Albträumen und seinem eigenen Antlitz - der „Rembrandt von Linz“ tritt in seinen Visionen meist selbst auf. Im Linzer Stadtmuseum Nordico ist nun ein beachtlicher Grafik-Zyklus zu sehen.

Fritz Aigner beherrschte die Kunst der Farbradierung vortrefflich, und das Nordico erwarb kürzlich 53 druckgrafische Blätter, die nun der Kern der aktuellen Aigner-Schau sind. Drei Themen stehen im Vordergrund: die „Seestücke“ Aigners, die stets eine Szene in einer Meeresbucht zeigen. Das zweite Thema widmet sich verschiedenen sakralen Momenten. Aigner stellte sich mit Figuren des Altdorfer Altars in St. Florian dar oder holte auch seine Familie nebst Altar ins Bild. Das dritte Thema heißt schlicht „Rembrandt“: Aigner spürt dem Altmeister des Lichts nach.

Aigner mag als „Phantastischer Realist“ über die Gattung hinausgehen, weil er zu realistisch bleibt, dennoch haben seine Bildwelten genügend Überraschungen parat. Auch die Selbstinszenierung bindet ihn an diesen Stil, wobei Aigner nichts beschönigte, sondern die eigene Person tief ins Bildgeschehen verstrickte.

Das Nordico besitzt mittlerweile 190 grafische Arbeiten des Künstlers und zehn Ölgemälde, darunter das Bild „Robinson“, das im Alten Rathaus zu besichtigen ist: das größte Bild, das Aigner je gemalt hat. Die Nordico-Schau ist überraschend und grandios!

Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr

 

 

Foto: Nordico

Samstag, 12. Juni 2021
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