Do, 16. August 2018

Dramatische Suche

19.01.2018 18:28

Zufällig gefunden: Kletterer in den Tod gestürzt!

Drei Tage lang war Bernhard S. (51) tot am Fuße des Sportkletterfelsens "Fiechter Schrofen" gelegen, als er zufällig gefunden wurde. Am Montag war der Mann dorthin aufgebrochen. Mittwoch meldete ihn seine Frau als abgängig, Donnerstag wurde er entdeckt. Ein Fehler beim Abseilen dürfte ihm das Leben gekostet haben ...

Bernhard S. galt als exzellenter Kletterer. Montag nützte er das Schönwetter, fuhr mit seinem E-Bike nach Vomp und stieg allein zum Sportklettergebiet auf. Dass er nicht am gleichen Tag und auch Dienstag nicht nach Hause kam, das sei für ihn nicht ungewöhnlich gewesen. Erst Mittwoch meldete ihn seine Ehefrau bei der Polizei als abgängig.

Um 21 Uhr wurde von der Bergrettung Schwaz mit zehn Mann und zwei Hundeführern die Suche aufgenommen. Einsatzleiter Ferdinand Wildauer berichtet der "Krone": "Eine Handypeilung hatte ergeben, dass er sich südlich von Schwaz befinden müsste. Wir suchten dort bis 1 Uhr Früh ab, leider ohne Ergebnis." Donnerstag meldete eine Reiterin, dass sie bei Vomp, nahe dem Alpsteig, ein herrenloses E-Bike gesehen hat. Es war das Rad des Vermissten, wie seine Ehefrau bestätigte. "Wir haben darauf um 11.45 Uhr erneute eine Suche gestartet. Der Zugang über den Alpsteig war wegen Lawinengefahr nicht möglich. Daher näherten wir uns über die alte Rodelbahn dem Sportkletterfelsen. Wir sahen ein Seil in der Wand hängen, sonst aber keine Spur im 40 Zentimeter tiefen Neuschnee. Wir fanden den Vermissten gegen 13.15 Uhr nur zufällig, weil ein Karabiner aus dem Schnee durchschien, die Leiche des Kletterers lag darunter," sagt Wildauer betroffen.

Alpinpolizist Florian Bauernfeind war gestern an der Unfallstelle, um den Hergang zu erheben: "Das Opfer war ein ausgezeichneter Kletterer. Die Route, an der er unterwegs gewesen war, hat die Schwierigkeit sieben minus. Der Mann hatte vermutlich ein neues Gerät für die Selbstsicherung getestet. Dabei muss ihn beim Abseilen ein schwerwiegender Fehler passiert sein. Er stürzte in die Tiefe und dürfte sofort tot gewesen sein. Er lag rund sieben Meter von der Wand entfernt im Tiefschnee." Bernhard S. hatte schwierigste Touren in den Bergen der Welt gemeistert. Gemeinsam mit einem Vorarlberger Alpinpolizisten war er bis in den Himalaya gekommen.

Günther Krauthackl, Kronen Zeitung

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