Sa, 20. Oktober 2018

Projekt gestoppt

03.01.2018 22:00

Aus für "Aktion 20.000" sorgt für viel Unmut

Noch in der Pilot-Phase legt die Bundesregierung den Rückwärtsgang bei der "Aktion 20.000" ein und überlegt neue Maßnahmen. Die Latte liegt hoch. In den Modell-Regionen Urfahr-Umgebung und Linz-Stadt fanden 406 Langzeitarbeitslose über 50 in der Gemeindeverwaltung oder bei Vereinen einen Job.

13.500 der rund 46.500 arbeitslosen Menschen in Oberösterreich sind über 50 Jahre alt. Viele der 8800 Männer und 4700 Frauen gelten als besonders schwer vermittelbar.

Initiative kostet rund 800 Millionen Euro
Wie berichtet, wurde das Projekt mit Kosten von rund 800 Millionen Euro mit 31. Dezember von der Regierung ausgesetzt. Es wird genau evaluiert. AMS-Vizelandesgeschäftsführerin Iris Schmidt sieht der Bewertung zuversichtlich entgegen. "Man wird sehen, dass in Oberösterreich durch die Aktion 406 Menschen einen Job gefunden haben, die zumindest ein Jahr versucht haben, einen zu finden. Ihnen geht es nun gut!"

Über-50-Jährige finden nur schwer einen Job
Arbeiterkammer-Chef Johann Kalliauer geht von einem Anstieg älterer Arbeitsloser aus. "Über-50-Jährige, die unverschuldet ihre Arbeit verlieren, tun sich schwer bei der Jobsuche. Auch weil bei Bewerbungen sehr oft an erster Stelle auf das Geburtsdatum geschaut wird!"
Auch die Linzer Vizebürgermeisterin Karin Hörzing (SPÖ) ist sauer: "Das aufgezeigte Potenzial der Aktion wird sofort im Keim erstickt. Viele Menschen verlieren ihre Perspektive."

"Große Schub wäre noch gekommen!"

Landesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) hat kein Verständnis für das Aussetzen der "Aktion 20.000" durch die Bundesregierung. Immerhin gab es im Vorjahr erstmals seit vielen Jahren einen Rückgang der älteren Personen ohne Job.

"Krone": Warum darf die "Aktion 20.000" nicht enden?
Birigt Gerstorfer: Weil es das beste Programm für ältere Langzeitarbeitslose ist. Ohne die Aktion hätten wir in Oberösterreich trotz Konjunktur auch 2017 kein Minus bei den Arbeitslosen über 50 Jahre gehabt.

"Krone": Ministerin Beate Hartinger-Klein spricht von einer Evaluierung. Von einem Aus ist nicht die Rede.
Gerstorfer: Das ist eine Beschwichtigungstaktik. Man wird schon einen Grund für eine Einstellung finden. Auch jetzt ist das Argument, dass die Aktion zu wenig in Anspruch genommen wird, ein Nonsens. Es laufen nur Pilot-Projekte. Der große Schub wäre mit der totalen Öffnung gekommen.

"Krone": AMS-Chef Johannes Kopf ist kein Befürworter.
Gerstorfer: Wenn man ganz genau hinhört, spricht er von der Redimensionierung. Das heißt, dass etwa das Alter angehoben werden könnte.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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