19.12.2017 16:23 |

Familie verletzt

Fußfessel für Schläger-Vater

Von "Raserei" ist beim Prozess die Rede. Von einer "Explosion der Emotionen", von "Besessenheit". Bei einem Ehestreit ist ein 39-Jähriger im Gailtal ausgerastet und hat mit einer Holzlatte auf seine Frau eingeprügelt - ohne Rücksicht darauf, dass sie ihr gemeinsames Töchterchen im Arm hielt. Das Urteil fällt moderat aus.

Der Techniker bleibt ganz ruhig. "Es tut mir leid, was passiert ist", sagt er. "Ich kann es mir nicht erklären, warum ich so die Beherrschung verloren habe." Er sei schließlich kein gewalttätiger Mensch, meint er.

Aber dass seine Frau von seinem Seitensprung erfahren und die Scheidung verlangt hatte, hätte ihn rotsehen lassen. Mit einer Holzlatte drosch er auf die junge Gattin ein - so fest, dass der Prügel brach. "Wenn nicht Zeugen dazwischen gegangen wären, wer weiß, was noch passiert wäre", meint Staatsanwalt Marcus Pacher. Das zierliche Opfer erlitt unter anderem einen Nasenbeinbruch.

Schlimmer geht es dem Baby, das den blutigen Gewaltexzess des Vaters miterleben musste. "Sobald die Kleine in den Kindergarten kommt, wird sie eine Therapie brauchen", berichtet Opferanwalt Markus Watzin. "Derzeit braucht sie Naturheilmittel, um die Angstzustände zu überstehen."

Seit der Attacke ist der Mann theoretisch in Haft, praktisch trägt er eine Fußfessel. Das könnte bei der Strafe von drei Jahren teilbedingt so bleiben. Weiters ordnete Richter Matthias Pollak eine Therapie an.

Kerstin Wassermann, Kärntner Krone

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