"Frau sein in OÖ"

Zu hören, ist das größte Geschenk

Birgit Laux-Flajs aus Wels macht all jenen Mut, die mit dem Gehör Probleme haben. Sie selbst fand dank Implantaten den Weg aus der Stille. Ein Porträt aus unserer Serie "Frau sein in Oberösterreich".

Man muss nicht das Licht des anderen ausblasen, um selbst glänzen zu können, sondern helfen, es anzuzünden, dann strahlt man gemeinsam in vollem Glanz." Wenn Birgit Laux-Flajs ihr persönliches Lebensmotto zitiert, merkt man, wie sie jedem einzelnen Wort Bedeutung schenkt. 49 Jahre ist die gebürtige Kölnerin alt, die in Wels lebt. Sie ist verheiratet. Mit ihrem Mann vertreibt sie Premiumgetränke. Dass Laux-Flajs so fest im Leben steht, ist nicht selbstverständlich. Denn: Sie ist auf beiden Ohren taub. Die zweifache Mutter leidet an einer genetischen Schwerhörigkeit. "Als ich zwölf war, bin ich aufgewacht und habe nichts mehr gehört", erinnert sie sich. Eine mittelgradige Beeinträchtigung blieb ihr damals. Mit zunehmendem Alter wurde es schlimmer, bis sie letztlich völlig taub wurde: 2008 auf dem rechten Ohr, 2012 dann auf dem linken.

Künstliche Innenohre implantiert
Weil sie  auf Alternativen aufmerksam wurde, fand sie einen Weg aus der Isolation - mithilfe von künstlichen Innenohren, die implantiert wurden. "Das hat mir Welten eröffnet", sagt die Welserin. Beim Interview hat sie vor sich eine Induktionsanlage aufgestellt, um Störquellen zu eliminieren. An der Seite von Angelika Nebl, der Obfrau des Vereins "Von Ohr zu Ohr" in Linz, ist Laux-Flajs für ein Projekt des Sozialministeriums zuständig, mit dem Firmen angesprochen werden. "Es geht hier um Sensibilisierung und aktive Präventionsarbeit", sagt Laux-Flajs. Nachsatz: "Viele sind so leichtfertig mit ihrem Gehör. Ich möchte die Menschen warnen."

STECKBRIEF BIRGIT LAUX-FLAJS
Am liebsten bin ich:
In Köln.
Welche drei Dinge habe ich immer bei mir, wenn ich unterwegs bin?
Tasche, Handy und die Fernbedienung für meine Geräte.
Wenn ich einen Tag in meinem Leben wiederholen könnte, welcher wäre das?
Ich bräuchte zwei - nämlich die Tage der Operationen, die mich in die Welt der Töne zurückgeholt haben.
Mein Ansporn:
Ich möchte einfach gut sein und zeigen, dass man mir vertrauen kann.
Der Rat, den ich meinem 18-jährigen Ich geben würde:
Schätze das, was du hast.
Wovor fürchte ich mich?
Vor nichts mehr.
Wen bewundere ich?
Meinen Mann.
Was macht mich wirklich glücklich?
So frei kommunizieren zu können, mit meiner Familie zusammen zu sein.
Welche Eigenschaften schätze ich an anderen Menschen?
Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, wenn jemand ein offenes Herz hat.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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