Mi, 17. Oktober 2018

Generalversammlung

30.11.2017 00:53

Die Rückkehr der Noten freut viele Lehrer

Viele Lehrer freuen sich über die schulpolitisch 180 Grad-Wende, die Schwarz-blau angekündigt hat - das zeigte sich bei der CLV-Jahresversammlung in Linz. Auch die Rückkehr der "alten" Noten hat es den Pädagogen angetan, vor allem denjenigen, die sich in der NMS mit dem siebenteiligen System plagen müssen.

"Schluss mit dem Testungswahnsinn, Schluss mit der Innovationshysterie in der Schule, eine Rückkehr zur Leistung" - mit diesen Schlagworten unterstrich der frischgewählte  CLV-Landesobmann Paul Kimberger bei der Generalversammlung im Linzer DesignCenter, dass nun Schluss sein soll mit den ungeliebten Experimenten vom Wiener Minoritenplatz - dort steht das  Bildungsministerium.

"Standing Ovations" für Enzenhofer
Sein Vorgänger, Noch-Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer, bekam den Goldenen Ehrenring des CLV verliehen und wurde mit minutenlangem Applaus verabschiedet. Immer wieder von Geklatsche unterbrochen wurde auch ÖAAB-Chef August Wöginger, der als Regierungsverhandler Außenminister Sebastian Kurz vertrat und aus seinem Herzen keine Mördergrube machte: "Wir stehen in Bildungsfragen den Freiheitlichen näher als der SPÖ. Es kann nicht die alleinige Verpflichtung der Lehrer sein, dass aus den Kindern etwas wird, es gibt auch eine Verpflichtung der Elternhäuser. Wir passen ideologisch nicht mit der SPÖ zusammen, die will, dass die Kinder morgens abgegeben und abends abgeholt werden."

Für menschliche Erziehung
Für eine menschliche Erziehung ohne Scheuklappen sprach sich Hauptredner Rainer Schießler, Münchens bekanntester Stadtpfarrer und Buchautor, aus.

Gegen Lügen im Netz
Beim SLÖ in der Kürnberghalle in Leonding erklärte die Publizistin Ingrid Brodnig, wie Lehrer die Schüler gegen Falschmeldungen, Stichwort Lügen im Netz, firm machen kann. Der Freiheitliche Lehrerverein hatte bei seiner Versammlung im Seminarhotel Rosenberger in Ansfelden Krone-Kolumnist Tassilo Wallentin bei einer Diskussion über die Bildungsreform zu Gast.

Selbst hatte er sehr gute Schulerfahrungen, sagte CLV-Hauptreferent Pfarrer Rainer Schießler. Er  plädierte für  formen und unterstützen.

"Krone": Wie waren Ihre eigenen Schulerfahrungen?
Rainer Schießler: Gut, ich hatte überzeugende Lehrer. Ich bin noch zu einer Zeit in die Schule gegangen, wo die Lehrer noch Menschenerzieher waren. Ich geb’ Ihnen ein Beispiel: Ich wollte aufs Gymnasium, nicht aus Wissbegier, sondern, weil mein Bruder auch schon dort war. Mein Vater war dagegen. Mein Volksschuldirektor hat ihn überzeugt, dass er mich aufs Gymnasium lässt. Nach drei Monaten hab’ ich einen Fleck in Latein gehabt, mein Vater hat dann vier Jahre mit mir Latein gelernt.

"Krone": Die "klassische Pädagogik" wie früher hat aber nicht nur einen guten Ruf, oft eher das Gegenteil.
Schießler: Es geht nicht um das Auswinden, sondern um das Formen und Unterstützen. Bei mir in der Schule haben sie früher gesagt, du musst nicht alles können, aber du musst das, was du kannst, gut können.

"Krone": Sie stehen für einen menschlichen Zugang.
Schießler: Ich sehe zwei Säulen  als Bild, dass der Lehrer den Kindern  Orientierung geben muss. Und, dass die Erziehung gewaltfrei ist. Damit meine ich nicht nur die körperliche Gewalt, sondern auch die geistige, die oftmals noch viel schlimmer sein kann. Man muss die Kinder wachsen lassen, hieß es ein Zeit lang. Das stimmt, aber man darf sie nicht sich selbst überlassen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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