28.12.2006 14:06 |

Klimawandel

USA wollen Eisbären besonders schützen

Weil der Treibhauseffekt das arktische Eis immer stärker schmelzen lässt und so den Lebensraum der Eisbären zunehmend zerstört, wollen die USA das Raubtier auf die rote Liste der bedrohten Tierarten setzen. Mit diesem Vorstoß hat die US-Regierung am Mittwoch erstmals offiziell einen Zusammenhang zwischen dem durch Treibhausgase verursachtem Klimawandel und dem Artensterben eingeräumt.

"Eisbären gehören zu den letzten Überlebenden der Natur, die in einer der rauesten Gegenden der Welt leben können", sagte Innenminister Kempthorne. "Aber wir fürchten, dass der Lebensraum der Eisbären buchstäblich wegschmelzen könnte."

Die im US-Innenministerium angesiedelte Behörde für Fisch- und Wildfang erklärte, dass durch den Temperaturanstieg in der Arktis die Eisflächen immer kleiner würden, wodurch der natürliche Lebensraum der Bären verloren gehe. Umweltschützer warnen seit Jahren davor, dass die Eisbären wegen des Klimawandels aussterben könnten, weil die Polkappen abschmelzen.

Die US-Regierung wird laut Kempthorne nun zunächst öffentliche Stellungnahmen einholen und in einem Jahr darüber entscheiden, ob die Eisbären offiziell zur bedrohten Tierart erklärt werden sollen. Ein Eintrag der Eisbären in die Liste könnte nach den gesetzlichen Vorschriften zum Schutz bedrohter Arten zur Folge haben, dass die US-Wirtschaft den Ausstoß von Kohlendioxid verringern muss. Kempthorne sagte dazu, jede Maßnahme zur Verringerung der CO2-Emissionen mit dem Ziel des Eisbärenschutzes liege außerhalb der Kompetenzen seines Hauses.