Vier Stunden Terror

18 Tote bei Mafia-Streit in Rio de Janeiro

Ausland
28.12.2006 16:58
Bei einer Attentatsserie der Drogenmafia in der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro sind mindestens 18 Menschen getötet worden. Schwer bewaffnete Gruppen haben in der Nacht zum Donnerstag unter anderem von fahrenden Fahrzeugen aus in der ganzen Stadt Polizei-Patrouillen und -Wachen mit Schüssen und Granaten angegriffen und auch mehrere Busse mit Passagieren in Brand gesetzt. Der Fernsehsender Globonews sprach von "vier Stunden ununterbrochenen Terrors".

Die meisten Todesopfer gab es im Norden Rios bei einem Anschlag auf einen Fernreisebus, der vom Bundesstaat Espirito Santo in die Wirtschaftsmetropole Sao Paulo unterwegs war. Etwa 30 zum Teil maskierte Männer hätten das voll besetzte Fahrzeug zum Halten gezwungen und sofort in Brand gesetzt. Im Wrack des Fahrzeugs seien mindestens sieben verkohlte Leichen geborgen worden, hieß es.

Unter den Todesopfern sind laut Medien außerdem mehrere Polizisten und mutmaßliche Verbrecher sowie eine Straßenverkäuferin. Mindestens ein Kind sei von Kugeln schwer verletzt worden. Es habe neben den Angriffen auch stundenlange Schießereien zwischen der Polizei und Verbrechern gegeben. Drei Männer seien festgenommen worden.

Erst im Mai dieses Jahres waren in Sao Paulo bei einer großen Attentatswelle der Mafia sowie bei Vergeltungsaktionen der Polizei innerhalb weniger Tage rund 120 Menschen ums Leben gekommen. Die Angriffe auf Sicherheitsbeamte wurden nach Behördenangaben von der von inhaftierten Drogenbossen gegründeten Mafiagruppe "Erstes Hauptstadt-Kommando" (PCC) verübt. Welche Organisationen hinter den Anschlägen in Rio stehen, konnten die Behörden noch nicht ermitteln

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