26.12.2006 14:12 |

Trauerarbeit

Gedenken an Tsunami- Opfer vor zwei Jahren

Mit Schweigeminuten, Kerzenwachen und Gebeten haben zwei Jahre nach dem verheerenden Tsunami tausende Menschen in Thailand, Indonesien und Indien Gedenkveranstaltungen für die mehr als 220.000 Toten der Katastrophe abgehalten. Auf der thailändischen Urlauberinsel Phuket versammelten sich am Dienstag rund tausend Menschen am Strand von Patong zur stillen Trauer.

Etwa 500 weitere Menschen nahmen an einem Gottesdienst in dem Fischerdorf Ban Nam Khem teil. An den Veranstaltungen waren deutlich weniger ausländische Touristen als vor einem Jahr beteiligt. Am Strand von Patong versammelten sich rund 1.000 Menschen um 4.00 Uhr mitteleuropäische Zeit für eine Schweigeminute.

Vertreter von rund 50 Ländern waren zur Einweihung eines Friedhofes in Ban Maruan angemeldet, wo mehr als 400 nicht identifizierte Tsunami-Tote begraben sind. In Thailand starben 5.400 Menschen, die Hälfte davon waren Touristen.

Demonstrationen für Wiederaufbau
Mit Kerzenwachen und Gebeten gedachten tausende Menschen auf den Nikobaren und Andamanen der Opfer. Die Einwohner von Port Blair legten eine Schweigeminute ein. Das Inselarchipel an der Südostküste Indiens verlor rund 3.500 Menschen, insgesamt hatte Indien 16.000 Tote zu beklagen. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta spielten Straßenkünstler Szenen des Tsunami-Unglücks nach. Demonstranten forderten einen schnelleren Wiederaufbau der zerstörten Dörfer. Allein in Aceh starben damals 168.000 Menschen, mehr als 600.000 wurden obdachlos.

Seit Tagen geht schwerer Monsunregen auf Sumatra und das benachbarte Malaysia nieder. Bisher 300.000 Menschen wurden in den Provinzen Aceh und Nord-Sumatra obdachlos. Mindestens 110 Menschen starben durch die Fluten und durch Erdrutsche. In Malaysia starben bislang mindestens acht Menschen, 130.000 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.