Do, 15. November 2018

Brände gelegt

29.10.2017 14:40

Riesige Wälder in Brasilien durch Feuer zerstört

Zum Teil mutwillig im Streit um Land gelegte Brände haben in Brasilien dieses Jahr bereits 10.921 Quadratkilometer an geschützten Naturschutzflächen zerstört. Wie das News-Portal "O Globo" berichtete, brannten in den vergangenen Tagen auch über 65.000 Hektar des Nationalparks Chapada dos Veadeiros im Bundesstaat Goias, 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Brasília. Drohnenvideos zeigen das ganze Ausmaß der Zerstörung.

Die Unesco hatte die Savannenlandschaft zum Weltnaturerbe erklärt. Parkchef Fernando Tatagiba sagte, die Brände seien wohl von Landbesitzern als Protest gegen die Erweiterung des Schutzgebiets gelegt worden. Zeugen sagten, sie hätten Motorradfahrer mit Benzinkanistern gesehen.

Brandstifter wollen Ureinwohner vertreiben
Immer wieder kommt es zu Brandstiftungen, auch um Ureinwohner aus bisher geschützten Gebieten zu vertreiben. Das Ziel: Tropenholz fällen, Gold abbauen oder neue Sojaanbauflächen schaffen. Unter der konservativen Regierung von Präsident Michel Temer gibt es nach Meinung von Kritikern eine "Anti-Indigena-Politik", es kommt zu einer Ausweitung der ökonomischen Aktivitäten etwa im Amazonasgebiet. Auch die klimaschädliche Regenwaldabholzung hat zuletzt stark zugenommen.

Am Freitag wurden das Gebäude der Umweltbehörde Ibama und des Biodiversitäts-Institut Chico Mendes in Humaita, im Süden des Amazonasgebietes, mutmaßlich von Goldgräbern niedergebrannt, nachdem es ein verschärftes Vorgehen gegen illegale Goldminen gegeben hatte.

Indigene Völker leiden unter Ausbeutung der Natur
Besonders die indigenen Völker leiden unter der zunehmenden Ausbeutung des Amazonasgebiets und der Zunahme illegaler Aktivitäten. Der mit dem Schutz der Indigenas in den Gebieten beauftragten Behörde Funai wurden die Mittel massiv gekürzt, inflationsbereinigt um rund elf Prozent auf 534 Millionen Reais (142 Millionen Euro) 2016, für 2017 könnten es laut Berichten noch mal über 30 Prozent weniger werden.

Der neue Bericht des indigenen Missions-Rats (Cimi) dokumentiert die dramatischen Veränderungen. 2016 wurden 118 Ureinwohner getötet. Bei 65 der 112 aufgeführten unkontaktierten Völker, die in Isolation leben, gibt es konkrete Bedrohungen: Von Invasoren, die illegal Tropenholz in ihren riesigen Gebieten roden, über den Bau von Straßen und Wasserkraftwerken, bis hin zu Drogentransportrouten, illegalem Fischfang, der Ausweitung von Sojaanbauflächen und dem Goldabbau.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Rund 10 Millionen Euro
Am Sonntag wartet dritter Lotto-Sechsfachjackpot!
Österreich
Nicht zu glauben!
Test-Fiasko! Schweiz blamiert sich gegen Katar
Fußball International
Eklat bei Bayern
TV-Experten geohrfeigt: Ribery entschuldigt sich
Fußball International
Urteil in St. Pölten
Mit Pkw auf Ex-Freund und neue Freundin zugerast
Österreich
Mit Probeführerschein
Lenker (20) raste Polizei im 244-PS-Audi davon
Oberösterreich
Fußprellung
Deutschland gegen Russland ohne Dortmund-Star Reus
Fußball International
Als Sportdirektor
Nächster Paukenschlag! Rieds Schiemer schmeißt hin
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.