Fr, 18. Jänner 2019

Hochburgen etc.

16.10.2017 11:40

Die größten Siege und die schlimmsten Debakel

Die Nationalratswahl hat neben einigen Überraschungen - etwa dem schwachen Abschneiden der Grünen, die aus dem Parlament zu fliegen drohen - auch 2017 wieder Rekordergebnisse in traditionellen Hochburgen der jeweiligen Parteien bzw. schmerzliche Niederlagen in einzelnen Gemeinden, Städten und Bundesländern gebracht.

Ihr bestes Gemeinde-Ergebnis erreichte die SPÖ mit 67,6 Prozent in Tschanigraben, der kleinsten Gemeinde des Burgenlandes. ÖVP-Hochburg im östlichsten Bundesland war mit 62,3 Prozent Bildein, obwohl die Volkspartei dort auch ein Minus von 4,55 Prozentpunkten hinnehmen musste. Besonders schlecht lief es für die SPÖ in Inzenhof im Bezirk Güssing, wo die Sozialdemokraten im Vergleich zur letzten Nationalratswahl nicht weniger als 32,6 Prozentpunkte verloren.

Die ÖVP fuhr ihr bestes Ergebnis in der winzigen Gemeinde Hinterhornbach im Tiroler Bezirk Reutte ein, wo die Volkspartei auf 83,3 Prozent der Stimmen kam. Ähnlich hohe Zustimmung für Sebastian Kurz gab es auch im kleinen Bergdorf Jungholz (ebenfalls Bezirk Reutte), wo 80 Prozent der Wahlberechtigten die Volkspartei ankreuzten.

Kärnten ist wieder blau
Kärnten wurde am Sonntag wieder blau eingefärbt. Wie im Bund legten FPÖ und ÖVP zu, während die SPÖ leicht einbüßte. Die Freiheitlichen punkteten österreichweit am besten in der 900-Seelen-Gemeinde Deutsch-Griffen im Bezirk St. Veit, wo sie 53,8 Prozent der Stimmen erreichen konnten.

Auch die SPÖ erreichte ihr österreichweit bestes Ergebnis in Kärnten - mit 50,8 Prozent Stimmenanteil in Zell-Pfarre im Bezirk Klagenfurt-Land. Die kleine Gemeinde im tiefen Süden ist zudem eine "Pilz-Hochburg": Der Ex-Grünen-Mandatar schaffte dort 29 Stimmen, was 8,7 Prozent der Wahlberechtigten entspricht.

Grüne nur in zwei Bundesländern über vier Prozent
Die Grünen sind vor Auszählung der Wahlkarten gerade noch in zwei Bundesländern über vier Prozent, in Vorarlberg mit 6,4 und in Wien mit 5,3 Prozent. Den höchsten Stimmenanteil erreichte man in der Gemeinde Schnepfau im Bezirk Bregenz mit 13,1 Prozent, gefolgt von den Wiener Bezirken Neubau (11,4 Prozent) und Mariahilf (9,9 Prozent).

Grünes Debakel in Salzburg
Dramatisch niedrig sind die grünen Ergebnisse im Burgenland mit 1,8 Prozent und in Kärnten mit zwei Prozent. Selbst in der einstigen Hochburg Tirol kamen die Grünen nur noch auf 3,9 Prozent der Stimmen. Besonders dramatisch fiel der Einbruch in der Salzburger Landeshauptstadt aus - zuletzt eine der grünen Hochburgen in Österreich. Hatten dort bei der Nationalratswahl 2013 noch 20,7 Prozent der Wähler Grün gewählt, waren es am Sonntag (ohne Briefwahlstimmen) nur noch magere sechs Prozent.

Liste Pilz reüssiert vor allem in Wien
Die Liste Pilz reüssierte vor allem in Wien mit 7,3 Prozent. Die besten Ergebnisse fuhr der Ex-Grüne in den Bezirken Neubau (12,1 Prozent), Josefstadt (10,9) und Mariahilf (10,7) ein. Besonders schwach war der gebürtige Steirer im Burgenland mit 2,6 und in Vorarlberg mit 2,7 Prozent. In seinem Heimatbundesland erreichte Pilz mit seiner neuen Liste aber immerhin 3,6 Prozent der Stimmen.

Die NEOS fuhren in den drei Vorarlberger Gemeinden Dalaas (19,5 Prozent), Klösterle (17,7 Prozent) und Lech (16,6 Prozent) im Bezirk Bludenz die höchsten Stimmenanteile ein.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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