Mi, 18. Juli 2018

"Fast eine Eiskugel"

10.10.2017 13:18

Kohle-Entstehung ließ Erde fast total vereisen

Als sich vor rund 300 Millionen Jahren aus abgestorbenen Wäldern Kohle gebildet hat, brachte das unsere Erde an der Rand einer vollständigen Vereisung. Weil dabei das Kohlendioxid (CO2), das die Pflanzen aufgenommen hatten, unter der Erdeoberfläche eingeschlossen wurde, sei die CO2-Konzentration in der Atmosphäre drastisch gesunken ist, berichten Forscher des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

"Es ist schon eine Ironie, dass die Entstehung der Kohle, die heute ein wichtiger Faktor für gefährliche Erderwärmung ist, früher einmal fast zur globalen Vereisung geführt hat", schreibt PIK-Forscher Georg Feulner im Fachblatt "Proceedings of the US Academy of Sciences" (PNAS). Das veranschauliche zugleich "die enorme Dimension" des Einflusses der Kohle auf das Weltklima.

Die in der Erde eingeschlossene Menge an CO2 sei damals "groß genug gewesen, um unser Klima aus der Balance zu bringen", hob Feulner hervor. Wenn dieses Kohlendioxid heute durch das Verbrennen von Kohle freigesetzt werde, destabilisiere dies den Planeten erneut.

CO2-Konzentration beeinflusst Temperatur
Für die Studie hatten Feulner und seine Kollegen zahlreiche Computersimulationen zu den klimatischen Veränderungen von damals ausgewertet. Einige Temperaturveränderungen können demnach eindeutig auf die Neigung der Erdachse und die Umlaufbahn der Erde um die Sonne zurückgeführt werden. Aber auch die CO2-Konzentration hatte der Studie zufolge einen grundlegenden Einfluss auf die Temperaturen auf dem Blauen Planeten.

Laut Schätzungen auf Grundlage der Untersuchung von Bodenproben und Fossilien schwankte der CO2-Gehalt in der Atmosphäre stark und sank auf bis zu rund 100 ppm (parts per million) oder sogar darunter. Bei einem Gehalt von unter 40 ppm würde die Erde Modellrechnungen zufolge zu einer Eiskugel, erklärten die PIK-Forscher. Heute liegt der CO2-Gehalt demnach bei mehr als 400 ppm.

Kohlendioxid und andere Treibhausgase behindern in der Erdatmosphäre die Abstrahlung der Sonnenwärme, so dass die Temperaturen auf der Erde steigen. Feulner rief daher zum Handeln auf: Der CO2-Gehalt in der Erdatmosphäre müsse auf unter 450 ppm begrenzt bleiben und besser noch deutlich niedriger, "um unser Klima stabil zu halten", mahnte der Wissenschafter.

"Stabiles Klima ist etwas Schützenswertes"
Und auch hierbei ließen sich Lehren aus der Erdvergangenheit ziehen: Diese zeige, "dass Zeiten schneller Erwärmung oft mit einem Massenaussterben verbunden waren". "Das zeigt, dass ein stabiles Klima etwas Schätzenswertes und Schützenswertes ist", erklärte Feulner.

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