Gegner protestieren

Tausende bei Anti-Putin- Demonstration in Moskau

Ausland
17.12.2006 18:33
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben einige tausend Menschen am Samstag in der russischen Hauptstadt Moskau gegen die zunehmend autoritäre Politik von Präsident Putin protestiert. Nach Ende der Kundgebung kam es zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die Einsatzpolizei Omon führte nach Angaben eines Rundfunksenders bis zu 40 junge Menschen ab.

"Dies ist ein Marsch freier Menschen", hatte der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow zu Beginn der Kundgebung gesagt. "Wir wollen keinen Polizeistaat mehr." Tausende Polizisten riegelten den als Kundgebungsort genehmigten Triumph-Platz im Stadtzentrum ab, ohne Teilnehmern jedoch den Zutritt zu verwehren.

Neben Kasparow hatten sowohl liberale Parteien als auch radikale Gruppierungen zum "Marsch der Dissidenten" aufgerufen. Sie alle vereine die Kritik an Putin, der die Bürgerrechte im Land einschränke, sagte eine Rednerin. Der Radiosender "Echo Moskwy" berichtete, die Polizei habe auch einen führenden Politiker der liberalen Partei "Union der rechten Kräfte" festgenommen.

Im gesamten Moskauer Stadtzentrum glich die Lage einem Ausnahmezustand. An Kreuzungen waren Wasserwerfer, Polizeibusse sowie kommunale Schneeräumfahrzeuge positioniert. Über der Stadt flogen Polizei-Hubschrauber. In den Regionen häuften sich die Beschwerden von Kreml-Kritikern, dass sie von der Polizei an der Reise nach Moskau gehindert würden.

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