Ein nachfolgender Sattelschlepper sei nur durch die Geistesgegenwart des Fahrers einem Aufprall entgangen. Er habe den auf der Fahrbahn liegenden Bus leicht gestreift und sei dann ebenfalls umgekippt.
Von den 45 Verletzten mussten 23 in Krankenhäuser gebracht werden, 22 wurden vor Ort medizinisch versorgt. Die meisten Fahrgäste hätten Schnittwunden erlitten oder stünden unter Schock, hieß es weiter. Fünf Menschen seien "mittelschwer" verletzt. Lebensgefahr bestehe jedoch bei niemandem.
Der 44-jährige Busfahrer gab an, die Straßenführung nicht richtig erkannt zu haben. Unsicher geworden, lenkte er den Doppeldecker hin und her und stieg auf die Bremse. Dadurch stieß der Bus gegen die Betonleitschiene, schlitterte etwa 40 Meter daran entlang und kippte auf die rechte Richtungsfahrbahn. Der Sattelschlepper, der dem Doppeldecker vermutlich mit zu geringem Abstand nachgefolgt war, prallte ebenfalls gegen die Mittelleitschiene und blieb auf der Gegenfahrbahn liegen. Der 46-jährige Türke, der am Steuer saß, wurde leicht verletzt.
Der Lenker des Reisebusses blieb hingegen unverletzt. Von seinen 52 Fahrgästen - sie stammten aus Bosnien, Slowenien, Schweden und Kroatien - wurden 44 in die umliegenden Spitäler nach Tamsweg, Schwarzach und Schladming gebracht. 19 Personen wurden stationär, die anderen ambulant betreut. Fünf Menschen wurden mittelschwer verletzt. Zahlreiche Fahrgäste hatten Schnittwunden und einen Schock erlitten.
Die Tauernautobahn musste wegen der Aufräumungsarbeiten bis 4.30 Uhr in beiden Fahrtrichtungen gesperrt werden. In Richtung Salzburg wurde die Sperre gegen 4.55 Uhr aufgehoben.
Bei einem Unglück im Tauerntunnel vor sieben Jahren war auch eine fünfköpfige Familie ums Leben gekommen. Etwa 50 Verletzte entkamen dem Inferno. Die Flammen griffen auf 40 weitere Autos über und brachten Teile des Gewölbes zum Einsturz. Ursache war der "Sekundenschlaf" eines Lasterfahrers. Ende September starben im Schweizer Viamala-Tunnel bei einem Unfall neun Menschen. Ein Schweizer Reisebus und ein Auto waren zusammen gestoßen und in Brand geraten.
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