Blutiger Machtkampf

Tote im Machtkampf zwischen Hamas & Fatah

Ausland
13.12.2006 22:27
Der blutige Machtkampf zwischen der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas und der rivalisierenden Fatah verschärft sich im Gazastreifen weiter. Attentäter erschossen am Mittwoch einen Richter aus dem Umfeld der regierenden Hamas, wie die Polizei mitteilte. Ministerpräsident Ismail Hanija (Hamas) will seine Reise durch arabische Staaten inmitten der neuen Spannungen vorzeitig beenden.

UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte am Vorabend erklärt, der Nahe Osten befinde sich in einer tiefen Krise und sehe sich mit der Aussicht auf eine düstere Zukunft konfrontiert.

Palästinensischer Richter erschossen 
Der Richter Bassam al-Farra sei in Chan Junis auf dem Weg zu einem Gericht angegriffen worden, sagten Augenzeugen. Er war ein prominentes Mitglied des bewaffneten Arms der Hamas. Die Identität der Angreifer blieb zunächst unklar. Sie wurden aber in Kreisen der oppositionellen Fatah vermutet, die seit Monaten in einen Machtkampf mit der Hamas verstrickt ist. Seit Wochenbeginn sind bei Auseinandersetzungen der Gruppen mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Hamas beschuldigte einen von der Fatah kontrollierten Geheimdienst, hinter der Ermordung des Richters zu stecken.

Aus Kreisen der Regierung in Gaza verlautete am Mittwoch, Jordanien, Saudi-Arabien, Oman und der Libanon hätten Hanija offizielle Treffen verweigert. Der Hamas-Politiker sei bereits in Kairo und wolle zurück in den Gazastreifen reisen. Hanija hatte mehrere arabische Länder und den Iran besucht, um Unterstützung für die Palästinenser und seine Politik zu erhalten.

"Die Lage in Nahost ist komplexer, zerbrechlicher und gefährlicher als seit langem", sagte Annan am Dienstag zum Weltsicherheitsrat in New York. Der Gazastreifen sei "ein Hexenkessel zunehmender Armut und Frustration" geworden und im Westjordanland sehe es kaum besser aus. Israel wiederum lebe weiter in Angst vor Terroranschlägen und sei beunruhigt über die Hamas-Führung der Palästinenser. Im benachbarten Libanon sehe sich die politische Führung mit einer Kampagne der Einschüchterung und Destabilisierung konfrontiert.

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