Mo, 18. Juni 2018

Heimat Salzburg

04.09.2017 08:22

Ein Tanz erinnert an Salzburgs Goldgruben

Nur vor der historischen Kulisse der Montan- siedlung in Alt-Böckstein führen die Knappen ihren Schwerttanz auf. Als Erinnerung an die Geschichte des Bergbaus im Gasteiner Tal.

Gold, Silber, Kupfer, Salz - all das wurde einst im Salzburger Land geschürft. Heute ist der Bergbau im Land, ausgenommen Wolfram im Pinzgau, nur noch Erinnerung und Geschichte. Und genau die wollen die Knappen im Gasteiner Tal mit ihrem traditionellen Schwertertanz bewahren.

Seit der Keltenzeit ist das Gebiet zwischen Sonnblick und Ankogel für seinen Reichtum an Edelmetallen bekannt, unvorstellbare Reichtümer wurden hier aus den Stollen gefördert: In den Chroniken wird das Jahr 1557 als das ergiebigste genannt. 830 Kilo reines Gold und 2723 Kilo Silber im heutigen Wert von 35 Millionen Euro wurden damals im Gasteiner Tal gefördert.

Von da an ging es bergab, wozu die technischen Schwierigkeiten bei der Ausbeutung beitrugen, nicht aber die widerspenstige Haltung vieler Knappen, die häufig dem lutherischen Glauben anhingen.

Im Jahr 1616 "verstaatlichte" Fürsterzbischof Markus Sittikus, der Schloss Hellbrunn erbaute, den Bergbau in Salzburg. Auch deshalb, um die vielen arbeitslosen Knappen zu beschäftigen.

Der Erbauer des Salzburger Neutors, Erzbischof Sigismund von Schrattenbach (1753-1771) war von Böckstein so angetan, dass er hier eine Prachtvilla erbauen wollte, auf Drängen der Knappen entschied er sich dann aber doch für einen Kirchenbau. Unter dem letzten Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus Graf von Colloredo (1772-1812) betrug die Ausbeute gerade noch ein Zehntel dessen, was Mitte des 16. Jahrhunderts zutage gefördert wurde. 1864 wurde der Bergbau im Gasteiner Tal schließlich eingestellt, im benachbarten Rauriser Tal erst 1889.

Seit 1979 halten die Gasteiner Knappen die Erinnerung an den Bergbau durch ihren Schwerttanz lebendig. Er wird stets am ersten Sonntag im September in der Böcksteiner Montansiedlung aufgeführt. Dann verwandelt sich der beschaulicher Ort in eine große Bühne. Dahinter steckt mehr als eine reine Inszenierung. Denn der Schwerttanz war in früheren Jahrhunderten in besonderer Weise geeignet, das Standesbewusstsein der Bergleute zum Ausdruck zu bringen.

Zum einen war das Tragen von Schwertern ein Privileg, das sonst keinem Berufsstand gewährt wurde. Dieses seit dem Jahr 1405 verbriefte Waffenrecht hatte seinen Ursprung in den realen Gefahren, denen die Knappen bei ihren Bergmärschen zu den hochgelegenen Gruben ausgesetzt waren. Immerhin waren früher Bären und Wölfe im Gasteinertal eine arge Landplage.

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

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