26.08.2017 12:49 |

Trump-Direktive

Aufnahmestopp für Transgender bei US-Armee

Nach der Abschaffung der freien Toilettenwahl für Transgender-Personen im Februar hat US-Präsident Donald Trump nun auch eine Direktive an das Verteidigungsministerium unterzeichnet, in welcher das Pentagon angewiesen wird, künftig keine Transgender mehr aufzunehmen. Der Präsident überlässt es aber der Armee zu entscheiden, ob betroffene Menschen, die bereits dienen, aus der Truppe ausscheiden müssen.

Trump hatte Ende Juli über den Kurzbotschaftendienst Twitter angekündigt, Transgender vom Dienst in den Streitkräften ausschließen zu wollen. Das US-Militär dürfe nicht mit den "enormen medizinischen Kosten und der Störung belastet werden", die Transgender mit sich brächten, schrieb der Präsident.

Obama wollte Transgender-Verbot bei Armee aufheben
Trump ordnete an, das Militär "müsse zu langjährigen Grundsätzen und Praktiken des Militärdiensts im Umgang mit Transgender zurückkehren". In der US-Armee gilt schon bisher ein Transgender-Verbot. Allerdings war unter Trumps Vorgänger Barack Obama angeordnet worden, dieses Verbot mit Wirkung zum 1. Juli dieses Jahres aufzuheben. Das Pentagon hatte diesen Termin dann provisorisch aufgehoben.

Vertreter der oppositionellen Demokraten verurteilten Trumps Anordnung scharf. "Der Oberste Befehlshaber ordnet das Verteidigungsministerium an, tausende Amerikaner, die unserem Militär mit Mut und Stärke dienen, zu verletzten und zu erniedrigen", erklärte die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi. Hinter Trumps "grausamer Anordnung" stünden "Vorurteile".

Selbst Armee übt Kritik an Trumps Entscheidung
Kritik kam auch aus den Reihen des Militärs. Der Chef der US-Küstenwache, Admiral Paul Zukunft, erklärte, sein "Vertrauen" in Transgender-Streitkräfte sei ungebrochen. Bei der Küstenwache hätten sich 13 Mitarbeiter geoutet, und alle leisteten einen "wichtigen Beitrag".

Transgender ist ein Oberbegriff für Menschen, die sich im falschen Körper geboren fühlen sowie für solche, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen können. Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es nach Schätzungen zwischen 1320 und 15.000 Transgender.

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