Bush unter Druck

Elf US-Soldaten im Irak getötet

Ausland
07.12.2006 15:47
Am ersten Tag nach der Präsentation des Baker-Berichts zur US-Politik im Irak sind elf amerikanische Soldaten bei Anschlägen getötet worden. Allein fünf Soldaten einer Spezialeinheit kamen während eines Kampfeinsatzes in Kirkuk ums Leben. Die zunehmende Zahl von Kriegstoten verschärft den Druck auf US-Präsident Bush, seinen Kurs zu ändern und den Empfehlungen der "Irak-Studiengruppe" zu folgen.

Auch die Serie von Anschlägen mit Opfern in der irakischen Bevölkerung dauerte am Donnerstag weiter an. Dabei wurden mindestens sieben Menschen getötet, unter ihnen sechs Polizisten sowie ein siebenjähriges Mädchen.

Am Mittwoch wurden mindestens 75 Menschen getötet oder tot aufgefunden. Unter anderem drangen Bewaffnete in eine Schule in Bagdad ein und erschossen den sunnitischen Rektor.

Abzug eines Großteils der Truppen bis 2008 empfohlen
Der 96 Seiten umfassende Bericht der "Irak-Studiengruppe" empfiehlt neue diplomatische Bemühungen zur Lösung des Konflikts, Änderungen im Auftrag der US-Streitkräfte und einen Abzug der meisten Truppen bis zum Frühjahr 2008. Das Weiße Haus kündigte zunächst lediglich eine sorgfältige Prüfung der insgesamt 79 Empfehlungen an.

Demokraten stimmen Empfehlungen zu
Die Reaktionen im US-Kongress auf den Bericht fielen unterschiedlich aus. Die Kommission habe sowohl einige interessante als auch offensichtlich naive Empfehlungen vorgelegt, sagte die republikanische Abgeordnete Heather Wilson. Hingegen erklärte der demokratische Senator John Kerry, der Bericht unterstreiche, dass es für die Probleme im Irak keine militärische Lösung gebe.

Über den Bericht werden zweifelsohne auch US-Präsident Bush und der britische Premier Blair sowie US-Außenministerin Rice mit ihrem deutschen Amtskollegen Steinmeier am Donnerstagabend bzw. Freitag in Washington sprechen.

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