Gutgläubige beraubt

Falscher Pfarrer bot Freundin für Bad-Spiele an

Oberösterreich
06.12.2006 19:46
Vom Pfarrer zum Zuhälter - der Selbstinszenierung eines 40-jährigen Linzers waren keine Grenzen gesetzt. „Ich habe der Liebe wegen das Priesteramt aufgegeben!“ Die Mitleidsmasche zog bei zumindest fünf Opfern des Gauners, der ihnen dann Geld stahl. Ein 65-jähriger Linzer wurde nicht einmal stutzig, als „Hochwürden“ ihm anbot, dass seine Freundin (42) mit ihm in die Badewanne steigen will.

Das Gaunerpaar ließ dem fröhlich erregten Rentner noch Wasser ein. Zehn Minuten wartete der Linzer in der Wanne. Als das Wasser kalt wurde, sah er nach. Da das Paar die Wohnung durchwühlte und die Frau nicht badefertig war, warf er beide hinaus. Erst nächsten Tag merkte der abgekühlte Rentner, dass 150 fehlten.

Wie ihn hatten sie alle Opfer bei Wirten in Linz-Urfahr kennen gelernt und mit der Liebes-Masche weichgekocht. Einen Mann nahmen sie mit in die eigene Wohnung, plünderten seine Tasche, einen Wirt pumpten sie um 250 Euro an, einem Opfer klauten sie an der Theke Geld. Weil die Personenbeschreibungen gut waren, fanden Polizisten das Paar in einem Lokal. Reuig gab der falsche Pfarrer noch zu, auch eine Kirchenkasse ausgeräumt zu haben. Gesamtbeute des Paares: 720 Euro.

Der amtsbekannte „Pfarrer“ ist in Haft. Opfer sollen sich bei der Polizei melden.

 

 

Symbolfoto: Peter Tomschi

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