Fr, 17. August 2018

Adrenalingarant

07.09.2017 09:30

"Matterfall": Buntes Arcade-Spektakel am Prüfstand

Das für seine spektakulären Arcade-Games bekannte finnische Entwicklerstudio Housemarque hat wieder zugeschlagen: Im jüngsten Werk "Matterfall" wird geballert und gelevelt wie in "Resogun", allerdings nicht per Raumschiff, sondern ganz wie im 2D-Ballerklassiker "Metroid" zu Fuß. Wie sich das PS4-Game spielt, hat krone.at getestet.

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft, in einer gewaltigen vertikalen Stadt. Die Wissenschaft experimentiert mit einer mysteriösen Substanz namens "Smart Matter" - und natürlich wird erst einmal daran geforscht, wie man sie als Waffe einsetzt.

In "Matterfall" gehen diese Experimente gehörig schief und die Substanz flutet die Stadt, Infizierte greifen an. Klar, dass es nun einen Helden braucht - und den mimt der Spieler in Gestalt der hochgerüsteten Hightech-Söldnerin Darrow.

Handlung ist Nebensache
Wer sich von "Matterfall" ein storylastiges Sci-Fi-Actionspiel erwartet, wird allerdings enttäuscht. Nach der Eröffnungssequenz wird die Handlung schnell nebensächlich und die flotte und durchaus fordernde Action steht im Vordergrund.

Spielerisch ist "Matterfall" ein Mix aus früheren Arcade-Games von "Housemarque", veredelt mit einer Prise "Metroid". Typisch für das finnische Studio, steht in den einzelnen Levels die Jagd nach Highscores im Vordergrund. Punkte gibt es für getötete Gegner und - "Resogun" lässt grüßen - gerettete Zivilisten. Mit der Zeit wird überdies die Kanone unserer Söldnerin verstärkt, es werden Zusatzwaffen gesammelt und teils beinharte Bosskämpfe bestritten.

Von Beginn an fordernd
Der Schwierigkeitsgrad in "Matterfall" bleibt dabei von Beginn an knackig. Dafür sorgt die Vielfalt der verfügbaren Fähigkeiten unserer Heldin. Sie ballert nicht nur, sondern vollführt auch (Doppel-)Sprünge, betäubt Gegner, hechtet mit übernatürlicher Geschwindigkeit durch Projektile, zückt in riskanten Situationen die Sekundärwaffe - und manipuliert ganz nebenbei ihre Umgebung. Dafür hat sie eine eigene Strahlenkanone im Gepäck, mit der zuvor unerreichbare Plattformen aktiviert werden.

All diese schnellen Spielelemente und die abwechslungsreichen, mit einer großen Varianz unterschiedlicher Gegner gespickten Levels, haben sich im Test zu einem stimmungsvollen Ganzen zusammengefügt. Auch, weil die Steuerung trotz des hohen Tempos und der vielen Fähigkeiten schnell erlernt ist. Allerdings: Nach zwölf Levels ist das Spektakel dann auch wieder vorbei, was angesichts des konstant hohen Adrenalinpegels, der durchaus zu einem zweiten Durchgang einlädt, aber kein Drama ist.

Spektakuläre Optik, aber wenig Innovation
Optisch hat uns "Matterfall" im Test gut gefallen. Wie es sich für einen Housemarque-Titel gehört, ist das Game mit spektakulären Partikel- und Lichteffekten gespickt. Das Farbenspiel zwischen blauer und roter Materie macht ebenfalls viel her. Zur gelungenen Präsentation trägt überdies der Soundtrack bei, bei dem elektronische Klänge dominieren.

Ist also alles an "Matterfall" toll? Nicht ganz: Es spielt sich zwar flott und adrenalinschwanger, ist in vielerlei Hinsicht aber auch einfach mehr vom Gleichen. Wer schon einmal ein Housemarque-Game gespielt hat, wird sich beispielsweise in den Bosskämpfen sofort zuhause fühlen, da die meisten davon nach dem klassischen Schema "Riesiger ballernder Obermotz und kleine Lakaien gegen den Spieler" ablaufen.

Und nach der eindrucksvollen Eröffnungssequenz hätten wir auch gern mehr über die Welt von "Matterfall" und die Geschichte der "Smart Matter" erfahren, die Story wird zu schnell zur Nebensache. Der Vielzahl an Fähigkeiten ist es zudem geschuldet, dass sich "Matterfall" zwar flüssig, aber eben nicht ganz so flüssig spielt wie das noch deutlich eingängigere "Resogun".

Fazit: Wer Arcade-Games nach Housemarque-Machart gern hat, wird mit "Matterfall" Freude haben - vielleicht nicht ganz so viel wie mit anderen Titeln des Studios, durch das gelungene Gameplay, die hübsche Optik und den treibenden Sound aber immer noch mehr als genug. Als kurzweilige und bunte Ballerei für Zwischendurch macht der Titel nichts verkehrt.

Plattform: PS4
Publisher: Sony
krone.at-Wertung: 7/10

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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