Kampf um Geld
Auftragsmord in Russland: Manager erschossen
Ausland
05.12.2006 20:58
Die Serie mutmaßlicher Auftragsmorde in der russischen Wirtschaft reißt nicht ab: Letztes Opfer ist der Direktor einer Gasfirma in Samara an der Wolga, der am Montagabend erschossen wurde. Alexander Samojlenko hat als Direktor des Unternehmens Itera-Samara und als Chef von Avtovazenergo gearbeitet, einer Tochter des Autokonzerns Avtovaz - das teilte die Staatsanwaltschaft der Großstadt Samara 850 Kilometer südöstlich von Moskau am Dienstag mit.
Ein Unbekannter hat von einer Leiter aus auf den Firmenhof von Itera-Samara geschossen, als Samojlenko in seinen Wagen stieg. Der Manager ist von sieben Kugeln getroffen worden. Die Umstände der Tat deuteten auf einen Auftragsmord hin, erklärte ein Justizsprecher.
So viele Morde wie vor 10 Jahren
Nach Schätzungen russischer Medien ist die Zahl der Auftragsmorde wieder so hoch wie in den 1990er Jahren, als bei der umstrittenen Privatisierung von Staatseigentum viele Konflikte blutig gelöst wurden. Unbekannte erschossen im Oktober in Moskau die kritische Journalistin Anna Politkowskaja. Außerdem fielen der Vizechef der Zentralbank, Andrej Koslow, und zwei weitere Bankmanager Anschlägen zum Opfer. Viele Experten verbinden die steigende Zahl der Morde mit Verteilungskämpfen vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Wladimir Putin 2008.
Auch die Energiebranche wurde mehrfach von Anschlägen betroffen. Itera-Samara gehört zu Russlands zweitgrößtem unabhängigen Gasproduzenten Itera. Avtovaz und andere Autofirmen wurden in diesem Jahr im Auftrag des Kremls vom Rüstungskonzern Rosoboroneksport übernommen, um die Kapazitäten der russischen Autoindustrie zu bündeln.
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