Eingeschneit

Vermisster Vater tot im Schnee gefunden

Ausland
06.12.2006 22:06
Der seit Tagen vermisste Familienvater James Kim ist in den verschneiten Bergen des US-Bundesstaates Oregon tot aufgefunden worden. Rettungsteams haben die Leiche des 35 Jahre alten Mannes am Mittwochnachmittag (Ortszeit) gefunden, berichtete CNN. Am Montag hatten Suchteams per Helikopter die Ehefrau und zwei kleine Kinder nach neun Tagen in der Wildnis entdeckt und gerettet. Die 30 Jahre alte Kati Kim und ihre beiden Töchter, vier Jahre und sieben Monate alt, sind bei guter Gesundheit.

James Kim hatte die Familie am Samstag in dem eingeschneiten Auto auf einer einsamen Bergstraße zurückgelassen, um zu Fuß Hilfe zu holen. Suchtrupps durchkämmten in den letzten Tagen das unzugängliche Gelände. In einem steilen Seitental, wohin die Fußspuren des Mannes führten, hatten sie zunächst Kleidungsstücke gefunden. Nach vier Nächten ohne Schutz und Wärme hatte nur noch wenig Hoffnung bestanden, Kim lebend zu finden.

Rettung durch Muttermilch
Im Auto hatte die Familie nur einige Snacks und etwas Trinkwasser als Reiseproviant bei sich. Als die Vorräte ausgingen, gab die Frau ihren Kindern Muttermilch. Nach der Rettung musste die sieben Monate alte Sabine die Nacht über in einem Krankenhaus beobachtet werden, die vierjährige Penelope und ihre Mutter waren wohlauf. Der "San Francisco Chronicle" berichtete, Penelopes erste Mahlzeit im Krankenhaus sei ein Hamburger und eine heiße Schokolade gewesen. Dass sie "es hier liebe", soll sie daraufhin gesagt haben.

"Ich konnte es gar nicht glauben. Ich musste immer und immer wieder nachfragen, als wir die guten Neuigkeiten bekamen. Das ist unglaubliches Glück", erklärte Kati Kims Vater am Dienstag im US- Fernsehen. Ihre Hoffnungen, dass auch Vater James so viel Glück habe, konnten leider nicht erfüllt werden.

Handy ohne Verbindung
Die Suche nach der Familie hatte am 27. November begonnen, als sie entgegen den Plänen nicht in einem Hotel an der Küste von Oregon eingetroffen war. Die Polizei hatte aber zunächst nur wenige Anhaltspunkte, weil der Ort über verschiedene Straßen zu erreichen war. Ein schwaches Mobiltelefon-Signal grenzte dann den Suchbereich ein. In der entlegenen Region war es der Familie nicht gelungen, über ihr Handy Hilfe zu holen. Kati Kim schaffte es schließlich, die Aufmerksamkeit der Suchhubschrauber mit einen Regenschirm mit aufgeklebtem Reflektoren auf sich zu lenken, teilte die Polizei mit.

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